Geh deinen Weg.

Dein neues Leben beginnt mit einer zweifachen Geburt – der deines Kindes, und deiner eigenen.

Was wirklich zählt….

Die Geburt meiner Tochter liegt nun fast 6 Jahre zurück, aber, besonders da ich irgendwann noch ein zweites Kind möchte, beschäftigt mich die Abschaffung der freiberuflichen Hebammen sehr. Lange habe ich das ganze für einen schlechten Scherz gehalten, der sich irgendwann auflösen wird. Aber es sieht nicht danach aus. Daraufhin bin ich sehr wütend geworden. Und verzweifelt. Weil mir dadurch die Entscheidungsfreiheit über meinen eigenen Körper genommen wird. Und das bin ich noch immer. Aber mir wird klar, was für ein schlechtes Bild ich von Krankenhäusern habe. Und ehrlich gesagt ist es doch so: Egal, wo ich mein Kind zur Welt bringe, ich sollte es in einer Atmosphäre voller Sicherheit und Geborgenheit tun dürfen, in der Gewissheit, dass ich und mein Körper ernst genommen werden. Dass, auch wenn manche Dinge (wirklich!) medizinisch notwendig werden, mir trotzdem Respekt entgegengebracht wird. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Egal, wo ich mein Kind zur Welt bringe, ich möchte, dass diejenigen, die mich begleiten, meine Fähigkeit und mein Potential sehen. Ich möchte, dass sie mich als den starken Menschen sehen, der ich bin, und das großartige, was mein Körper zu leisten fähig ist – auch wenn ich vor Schmerzen schreien sollte und auf Hilfe angewiesen bin. Denn gerade dann brauche ich es, dass die mich betreuenden Menschen meine Fähigkeit sehen. Und mir immer das Gefühl geben, Herrin über mich selbst zu sein. Egal, wo ich mein Kind zu Welt bringe. Denn wenn ich das habe, ist es mir im Grunde egal, wie das Haus aussieht, in dem gebäre. Deswegen ist es für mich persönlich sehr wichtig zu wissen: Wer von euch hat sein Kind...

Mein Körper – Meine Entscheidung

Ob ich verhüte oder nicht – meine Entscheidung! Ob ich abtreibe oder nicht – meine Entscheidung! Ob ich mit einem Mann schlafe, mit einer Frau oder beiden – meine Entscheidung! Ob und wie ich Sex habe oder nicht – meine Entscheidung! Ob ich eins, zwei, fünf oder kein Kind habe – meine Entscheidung! Ob ich stille oder nicht – meine Entscheidung! Es ist mein Körper. Ich entscheide, was ich damit tue und wie ich damit umgehe. Ob ich einen Kaiserschnitt wünsche oder eine Spontangeburt – meine Entscheidung! Ob ich eine PDA wünsche oder nicht – meine Entscheidung! Ob ich in ein Krankenhaus, in ein Geburtshaus gehe oder zu Hause bleibe – meine Entscheidung! Ich mache die Arbeit, ich habe die Schmerzen, ich bringe mein Kind auf die Welt. Zu bestimmen, wo und wie ich mein Kind zur Welt bringe, bedeutet Kontrolle über meinen Körper und meine Entscheidungen zu übernehmen. Es steht keinem Politiker, keiner Versicherung und keinem Arzt zu, diese Entscheidungen für mich zu treffen. Mein Körper – meine Entscheidung. Die Hebammen kämpfen um ihre berufliche Zukunft und wir kämpfen um die Kontrolle über unseren...

Eine starke Geburt – oder das Leben in einer Nussschale

Du hast dich vorbereitet. Du weißt, wie eine Geburt abläuft. Entweder durch einen Geburtsvorbereitungskurs oder durch die zahlreichen anderen verfügbaren Informationsquellen. Vielleicht warst du sogar richtig gut und hast einen Yoga-Kurs besucht und intensiv das Wehenveratmen geübt. Du bist vorbereitet. Du hast eine genaue Vision wie du wann was tun wirst. Hast dir extra einen Platz im Geburtshaus gesichert, weil du dich da sicher, geborgen und gut betreut fühlst. Und dann setzen die Wehen ein. Kein Problem, schließlich weißt du, was zu tun ist: Becken kreisen, atmen. Voilà. Kein Problem. Aber dann fangen die Probleme an. Die Realität weicht von der Vorstellung ab. Das Köpfchen deines Kindes will sich nicht so drehen, wie es soll. Du musst eine andere Position einnehmen. Kannst dich nicht mehr bewegen, wie du willst. Und dann setzen sie ein, die Schmerzen. Und mit ihr die Fight-or-Flight-Reaktion. Fliehen kannst du nicht mehr – schließlich ist eine freie Bewegung nicht mehr möglich. Also kämpfst du dagegen an. D.h., du spannst dich an. Die Schmerzen sollen weg. Du willst sie nicht spüren. Du willst die Kontrolle behalten. Und so kämpfst du weiter, spannst dich an. Es tut weh. Sehr weh. Und es dauert Stunden. Aber in diesen Stunden passiert etwas: Du wirst müde. Du hast dich abgekämpft. Und so langsam stumpfst du ab. Dein Widerstand reibt sich auf. Und irgendwann kommt der Moment: Es ist egal. Egal, ob du Schmerzen hast. Egal, ob du reißt. Du gibst dich hin. Du lässt deinen Körper machen, was er will. Lässt ihn agieren und reagieren, wie er will. Dein Verstand gibt auf. Löst sich auf. Auf einmal empfindest du Ruhe....

Alles ist neu. Alles ist intensiv.

Wann Kinder endlich alleine schlafen

Gleich vorneweg: Ja, das wird einer dieser Artikel, die dir sagen wollen: Gaaaaaaaaanz locker. Alles ist gut. Alles wird gut. Meine Tochter ist nun 5. Fast 5einhalb (wobei sie auf GANZ 5 besteht…). Und meine Tochter schläft zu einem großen Teil bei mir im Bett. Yep. Und ich schlaf gerne mit ihr zusammen. Weil sie ziemlich ruhig schläft, also ich keine Füße ins Gesicht bekomme. Und weil es sich noch immer ungefähr so anfühlt: Es gibt verschiedene Gründe, warum Eltern wollen, dass ihre Kinder im eigenen Bett schlafen. Einige meinen, das gehört sich so. Einige meinen, alle anderen würden das auch so machen. Dann gibt es Leute, die haben Angst, dass ihre sexuellen Aktivitäten so erheblich gestört werden würden. Andere meinen, dass das Kind sonst nicht selbstständig wird. Wieder andere machen sonst keine Auge zu wegen den oben genannten Füßen. Zu der ersten Gruppe kann ich nicht viel sagen, denn wenn jemand absolut der Meinung ist, das gehöre sich so, ist er meist nicht willens, eine Alternative in Erwägung zu ziehen… Zu der zweiten Gruppe kann ich sagen: Nein. Alle anderen machen das bestimmt nicht so. Es gibt viele, sehr viele Kinder, die auch mit 5 noch entweder nachts ins Bett der Eltern schlüpfen, oder aber ganz bei ihnen schlafen. Dann die dritte Gruppe: Zugegeben, Sex im Bett wird schwierig. Aber das bedeutet nicht, dass Sex schwierig wird. Es gibt ziemlich viele Möglichkeiten, Sex zu haben. Sieh’s als Ansporn, kreativ zu werden und aus dem Gewohnten auszubrechen. Die vierte Gruppe: Bitte kurz nachdenken. Wie viele Teenager schlafen bei ihren Eltern im Bett? Die Zahl dürfte zumindest in Ländern, in...

Braucht mein Kind einen festen Rhythmus?

Hilfe! Mein Kind braucht einen festen Tagesablauf! Das arme Kind hat keine Routine! Kein Wunder, dass alles so durcheinander ist! Moment mal. Lasst uns mal nachdenken. Ich weiß, überall wird zur Zeit gepredigt, dass Kinder einen festen Tagesablauf brauchen, und gerade Kitas werben damit. Aber ich kann ja mal trotzdem nachfragen, oder? Kinder sind wie alle Menschen vor allem eines: Gewohnheitstiere. Sie mögen es, wenn sie Strukturen erkennen, wenn alles seinen geregelten Ablauf hat. Das gibt Sicherheit. Aber Kinder machen vor allem eines: Sie verändern sich. Ständig. Was also heute ganz selbstverständlich war, ist morgen komplett anders. Was heute nach einem guten Ablauf aussah und genau gepasst hat, muss morgen gar nicht mehr so gut passen. Es ist ein bisschen verzwickt manchmal. Weil besonders wir Erwachsene feste Strukturen lieben. Und wenn das Kind plötzlich aus der Reihe tanzt, stimmt für uns die Welt nicht mehr. Vor allem darfst du eines nicht vergessen: Nicht jeder Tag ist auch tatsächlich gleich. Manchmal sind wir gut drauf, manchmal schlecht. Manchmal geht’s uns gut, manchmal schlecht. Manchmal ist unser Tag vollgepackt mit Terminen, manchmal haben wir frei. Jeder Tag ist ein bisschen anders. Wenn ich jetzt ankommen würde, und von dir verlangen würde, auch am Wochenende früh aufzustehen und zur Arbeit zu gehen, weil so dein Tagesablauf für den Rest der Woche ist, würdest du wahrscheinlich laut aufschreien. Bei Kindern ist es noch extremer. Schließlich entwickeln sie sich ständig. Und doch: Auch bei Kindern lassen sich bestimmte Routinen erkennen. Völlig, ohne dass man ihnen bestimmte Zeiten vorgibt. Es sind sich verändernde Routinen, aber immerhin: Routinen, auf die man sich eine kurze Zeit verlassen...

Einseitig oder beidseitig stillen?

Hmmm – einseitig oder beiseitig? Beidseitig bedeutet doch ein gleichmäßigeres Saugen und damit eine gleichmäßigere Milchbildung – oder nicht? Jain. Es stimmt schon, dass theoretisch beide Brüste gleichmäßig beansprucht werden, wenn erst auf der einen Seite gesaugt, und nach ein paar Minuten gleich auf der nächsten Seite weiter getrunken wird. ABER: Die Milch ist nicht die ganze Zeit komplett gleich zusammengesetzt. Die Muttermilch besteht (im Gegensatz zur Flaschennahrung) aus einer Vormilch und aus einer Nachmilch. Die Vormilch ist sehr wässrig und löscht den Durst des Babys. Die Nachmilch wiederum kommt erst nach einer gewissen Zeit und ist recht fetthaltig. Wenn du also schon die Seite wechselst, bevor die Nachmilch kommt, bekommt dein Baby lediglich die wässrige Vormilch auf beiden Seiten ab, während die Nachmilch gar nicht zum Zuge kommt. So gehen deinem Baby ein Haufen wichiger Kalorien und Nährstoffe abhanden! Es ist also besser, erst eine Seite komplett zu leeren, und erst wenn danach noch Bedarf besteht, zur anderen Seite zu wechseln. Beim nächsten Stillen fängst du ganz einfach mit der anderen Seite an. So werden beide Seiten gleich beansprucht, und die Milchproduktion bleibt gleichmäßig. Noch eine andere Sache ist wichtig: Häufiges Saugen steigert die Milchproduktion! Wenn du also beidseitig stillst, werden beide Seiten mehr beansprucht, als beim einseitigen Stillen, und der Körper bekommt das Signal: Milch machen! Das ist ein Wissen, dass du dir während der berühmten Wachstumsschübe zunutze machen kannst: Während der Wachstumsschübe ist es nämlich wichtig, das die Produktion gesteigert wird, dass bedeutet, je öfter du dein Baby anlegst, desto schneller hat sich dein Körper auf den neuen Bedarf eingestellt. In dieser Zeit kannst du ruhig...

Warum MUSS mein Baby durchschlafen?

Warum MUSS mein Baby, möglichst von Geburt an, spätestens aber nach 3 Monaten alleine einschlafen? Warum MUSS mein Baby ab 4 Monaten mindestens 5 Stunden am Stück schlafen? Warum MUSS mein Baby in seinem eigenen Bett schlafen – oder warum MUSS mein Baby unbedingt im Familienbett schlafen? Ja, warum eigentlich? Es sind Babys! Sie sind gerade auf die Welt gekommen! Warum MÜSSEN sie da unbedingt unabhängig sein? Warum dürfen sie uns nicht brauchen? Warum bekomme ich immer ein schlechtes Gewissen, wenn ich Bücher oder Zeitschriften lese, in denen groß und breit erklärt wird, was man alles wie genau tun muss, damit mein Baby die ganze Nacht seelig schläft? Und warum wird es so als selbstverständlich angenommen, dass jede Mutter und jeder Vater nur dieses eine Ziel vor Augen hat? Ich muss gestehen, ich habe mich bereits in meiner Schwangerschaft äußerst kundig gemacht. Ich habe alles gelesen, was ich nur in die Finger bekam, ich wusste über alles Bescheid: Dass man sein Baby auf keinen Fall die Brust geben soll zum Einschlafen, möglichst auch nicht den Schnuller, weil sonst eine Schlafassoziation entsteht, und die Knirpse nicht mehr ohne können. Dass man sie wach ins Bett legen soll, weil sie dann erstens lernen, alleine im Bett einzuschlafen, und zweitens sie nicht erschrecken, dass sie wo gaz anders aufwachen, als sie eingeschlafen sind. Dass man sie unter keinen Umständen mit ins Bett nehmen darf, weil man sie sonst nie wieder raus kriegt. Und weil sie so erst recht nicht lernen, alleine einzuschlafen. Oder aber,dass man sie auf jeden Fall mit ins Bett nehmen soll, weil sie so viel besser schlafen. „Start as...

Weißes Rauschen gegen Koliken

Es wird ja immer viel diskutiert, was die Koliken denn nun genau sind, und was um Himmels willen wirkt. Erstaunt hat mich, dass es tatsächlich eine Art Wundermittel zu geben scheint – zumindest, wenn das Baby eigentlich keine Schmerzen hat. Weißes Rauschen ist, rein physikalisch betrachtet, eigentlich nichts anderes als, nun ja, ein Rauschen, dass über alle Frequenzen geht. Die offizielle Begründung, warum es bei Neugeborenen so gut wirkt, lautet, dass es an das Rauschen des Blutes im Mutterleib erinnert. Ehrlich gesagt finde ich nicht, dass sich dieses Rauschen wie Blut anhört (du kannst es selbst vergleichen, indem du die Ohren ganz fest zudrückst, oder zumindest soll es sich so anhören), aber was ich mir gut vorstellen kann, ist, dass es andere Geräusche ausblendet. Dein Baby muss sich nun mal erst an die Welt da draußen gewöhnen, da können die vielen Sinneseindrücke schon mal ein bisschen viel werden. Das Rauschen aber hat keinen speziellen Rhytmus, keine speziellen Töne, ist etwas sehr gleichmäßiges und kann daher die vielen anderen, oft völlig neuen, Geräusche überdecken und beruhigend wirken. Eine andere Möglichkeit ist (oder vielleicht eine zusätzliche), dass es ja in der Gebärmutter immer sehr laut wahr – und die Welt da draußen im Vergleich sehr ruhig, besonders zur Schlafenszeit. Das weiße Rauschen gibt der Welt ein bisschen mehr Lautstärke. Auch das kann sehr beruhigend sein – hört sich an wie bei Mama! 😉 Weißes Rauschen ist, wie gesagt, eigentlich ein Rauschen, dass aus allen Frequenzen besteht. Tatsächlich gibt es aber eine Vielzahl von verschiedenen Arten von Rauschen, die sehr gut funktionieren. Nicht jedes Kind mag jedes Rauschen. Probier aus, auf was...

Was tun bei zu wenig Milch?

Man mag es kaum glauben, aber auch ich hatte ab und an mit meinem Milchvorrat zu kämpfen (siehe Starker Milchflussreflex), vorzugsweise während den Wachstumsschüben meiner geliebten Tochter. Dann nämlich hatte sie einen solchen Hunger, dass der Mund gar nicht mehr zu gehen wollte! Es kann natürlich auch sein, dass du von Anfang an eher wenig Milch hast, auch dann können diese Tips hilfreich für dich sein. Wenig Milch muss kein Grund sein, das Stillen aufzugeben! Ich weiß, dass viele Mütter gerade während den großen Wachsstumschüben, z.B. um den vierten Monat herum, glauben, die Milch würde ihrem Baby nicht mehr reichen, und anfangen, zuzufüttern, sei es Fertigmilch, sei es feste Beikost. Bitte nicht! Es ist völlig normal, während dieser Zeit ein bisschen Milchmangel zu haben! Wenn du dich aber darauf einstellst und ein paar Dinge beachtest, sollte dein Vorrat bald wieder auf hohem Niveau sein. Als erstes, und dass gilt während der gesamten Stillzeit: Wieviel trinkst du? Flüssigkeit (und ich meine damit nicht Cola, Saft oder Kaffee) ist extrem wichtig, um genug Milch zu produzieren. Von nichts kommt nichts! Es wird empfohlen, zwischen 3 und 4 l täglich zu trinken! Wenn du keine Lust mehr auf Wasser hast, kannst du auch literweise Tee in dich hineinschütten. Es gibt spezielle Stilltees, meistens sehr teuer, oder aber auch andere milchbildende Tees (siehe unten). Stille öfter! Je öfter dein Baby an der Brust saugt, desto mehr bekommt dein Körper das Signal „Bitte-jetzt-Milch-bilden“. Auch wenn du vielleicht einen Rythmus etabliert hast – keine Panik: Nach ein paar Tagen wird sich deine Milchproduktion wieder eingependelt haben und du kannst zum normalen Rythmus zurückkehren. Du wirst...

Die erste Abnabelung beginnt.

Warum es so schwierig ist, ein Kind von heute auf morgen zu entwöhnen

Es gibt immer wieder Stimmen, die meinen, dass du einfach nur in den sauren Apfel beißen musst, wenn du dein Kind zum Schlafen oder Abstillen bringen willst. Das Kind würde zwar heftig weinen, aber wenn du nur konsequent bleibst, ist nach spätestens 3 Tagen der Spuk vorbei. Es gibt viele Beispiele, die das zu bestätigen scheinen. Es gibt auch mindestens ebenso viele Beispiele von Eltern, die es einfach nicht schaffen, derart konsequent zu bleiben. Die abbrechen, einfach weil es wahnsinnig weh tut. Warum ist das so? Warum tut ein kalter Entzug den Eltern so weh? Sogar, wenn es den Eltern ganz klar schaden wird, wenn sie nicht ‚Nein‘ sagen? Ich hatte letztens eine Kundin, die genau diese Situation hatte – sie musste ihrem Kind das Nuckeln an ihrem Finger abgewöhnen, sonst hätte sie noch einen größeren gesundheitlichen Schaden davon getragen, als sie sowieso schon hatte. Und trotzdem hat sie es nicht geschafft, konsequent ‚Nein‘ zu sagen. Und da ist mir die Erkenntnis vom Himmel entgegengeflogen. Schau dir mein Video an: Ich würde gerne noch folgendes hinzufügen: Auch ein kalter Entzug ist eigentlich, wenn er richtig gemacht wird, ein langsamer, sanfter. Nämlich dann, wenn du dich und dein Kind vorbereitest. Dich damit beschäftigst. Mit einer Vertrauensperson sprichst. Dein Kind mit einbeziehst. Mit ihm redest. Bis der Tag kommt, an dem Schluss ist. Ich würde gerne deine Meinung dazu hören. Schreib mir einen...

Willst du mind. 1 Jahr stillen? Lies das!

Die offizielle Empfehlung für’s Stillen ist 6 Monate voll, danach bis 1, besser 2 Jahre oder noch länger weiterstillen. Wenn du dich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hast, dann ist das nix neues. Nur, wenn du dieser Empfehlung gerecht werden willst, gibt es einen Stolperstein: Die Beikost-Einführung! Nehmen wir an, du hast 6 Monate voll gestillt. Was dann? Ist doch klar! Das Baby kriegt Babybrei! Schließlich kann man in jedem Ratgeber, in jedem Magazin, und in jeder Werbung nachlesen, dass Babys spätestens ab 6 Monaten Babybrei brauchen, und wie der eingeführt wird, ist ebenfalls strikt geregelt: Man fängt mit pürierten Karotten an, erst mit wenigen Löffeln, dann zügig die Ration auf 200 g erhöhen und damit eine Milchmahlzeit ersetzen. Pro Woche wird ein neues Gemüse eingeführt, später Fleisch und Fisch. Und dann kommt auch schon die nächste Milchmahlzeit, die ersetzt wird. Welche als nächstes drankommt, ob morgens, mittags oder abends, da sind sich die Quellen nicht ganz einig, aber einig sind sich alle, dass die nächste bald folgen muss! Ok, als Eltern, die alles richtig machen wollen, und auf gar keinen Fall wollen, dass es ihrem Kind an irgendwelchen Nährstoffen mangelt, oder es gar Hunger leiden muss, hast du dich natürlich durch alles durchgelesen und dich mit allen aus der Krabbelgruppe ausgetauscht. Du weißt also, was du morgens zum Frühstück gibst, und woraus der Abendbrei besteht. Und du weißt auch, dass du den Brei vor der Milch geben musst, weil dein Sprössling ja sonst keinen Hunger mehr auf feste Nahrung hat. Und so ersetzt du munter eine Milchmahlzeit nach der anderen (wenn dein Kind gerne Brei ist. Ansonsten...

Warum deine Gefühle wichtig sind, und wie du mit ihnen umgehen kannst

Wir Eltern sind schon toll: Wir sind für unsere Kinder da, wenn sie uns brauchen. Wir sind ihre Stütze. Wir geben ihnen unsere ganze Liebe. Wir helfen ihnen, selbst wenn es uns selbst gar nicht so gut geht. Wir stellen uns selbst hintenan. Wir versuchen unser Möglichstes, damit unsere Kinder geborgen aufwachsen. Das ist eine große Leistung (jeder darf sich jetzt mal auf die Schulter klopfen)! Und wo bleiben wir? Wer nimmt uns in den Arm, wenn es uns nicht so gut geht? Wer hört uns zu, wenn wir sorgen haben? Wer hilft uns, Wut abzulassen? Wenn wir Glück haben, haben wir einen Partner oder Freunde, die uns helfen. Aber auch die sind nicht immer da. Und mit allem können und wollen wir sie auch nicht belasten. Hast du einmal bemerkt, wie du mit dir selbst umgehst, wenn du wütend, traurig oder müde bist? Was machst du da? Wenn du wie die meisten bist, hast du wahrscheinlich ein sehr gespaltenes Verhältnis mit Gefühlen. Einerseits ist es nicht gut, Gefühle zu unterdrücken, andererseits kannst du sie gerade jetzt nicht gebrauchen. Oder du entscheidest dich, sie lieber gar nicht zu fühlen und schiebst sie einfach weg. Weil sie ja auch echt unangenehm sind. Manche (oder viele?) haben auch richtig Schuldgefühle, wenn sie etwas „unangebrachtes“ fühlen. Wie kannst du so traurig sein, wenn du doch augenscheinlich alles hast, was dich glücklich machen sollte? Oder andersrum: Wie kannst du so glücklich sein, wenn gerade die ganze Situation so ist, dass du traurig zu sein hast? Schwierig, schwierig… Das Ding ist, dass es richtig weh tun kann, wenn die Gefühle nicht im freien Fluss...

Nein, es ist nicht schwierig, ein 2-jähriges Kind abzustillen!

Das hier ist ein Artikel für alle diejenigen, die ihr Kind super gerne stillen, auch über die üblichen 9 Monate, vielleicht sogar über die magische 12-Monate-Grenze hinaus, die ihr Kind zum Einschlafen stillen, und sogar in ihrem Bett schlafen lassen. Für alle, die sich eigentlich sehr wohl mit dem fühlen, was sie tun, denen ihr Instinkt sagt, dass es richtig ist, was sie tun, aber immer wieder zu hören bekommen, dass sie ihr Kind verziehen, dass sie Probleme beim abstillen bekommen werden, dass sie ihr Kind nie wieder aus ihrem Bett rausbekommen, und ihnen Geschichten von Familien aufgetischt werden, wo die Kinder 8 Jahre lang gestillt werden – obwohl noch ziemlich viel Zeit verstreichen muss, bis ihr 18 Monate altes Kind 8 Jahre alt ist. Ich möchte hier meine eigene Geschichte erzählen, die hoffentlich ein wenig Mut macht, und das schlechte Gewissen beruhigt. Meine Tochter ist jetzt 2 Jahre alt. Ich habe sie von Anfang an gestillt. Tag und Nacht. Ich habe sie zum Einschlafen gestillt und zum Aufwachen. Ich habe sie in meinem Bett schlafen lassen. Und ja, sie ist sehr häufig aufgewacht. Phasenweise so alle 2 Stunden. Und ich habe mich gut damit gefühlt. Ich habe genug Schlaf bekommen (weil ich im liegen gestillt habe, und nicht wirklich dabei aufgewacht bin). Meine Tochter war glücklich. Ich war glücklich. Wir hatten (und haben) eine starke Verbundenheit. Das ging so 21 Monate, bis ich irgendwann das Gefühl hatte, dass es Zeit ist, abzustillen. Nicht, weil ich dachte, oh, sie ist jetzt fast 2, ich muss jetzt langsam mal anfangen, sondern ich hatte einfach das Gefühl, dass es Zeit ist....

Video: Wie du Ruhe im Stress findest

Hast du oft Stress? Was für eine Frage! Wer hat keinen Stress! Ganz besonders schlimm ist der Stress, bei dem die Gedanken im Kopf kreisen, und einem endlos lange Listen vorspielen, was man alles zu erledigen hat, oder was man alles so gerne machen würde. Und richtig schlimm wird es, wenn man versucht alles gleichzeitig zu erledigen, weil man glaubt, sonst gar nichts mehr zu schaffen. Stopp! Wenn du so weiter machst, bekommst du bald einen Burn out! Es wichtig, dass du aus dieser Gedankenspirale rausgehst und Ruhe findest. Ruhe, um dir die Klarheit und Kraft zu geben, das zu tun, was als nächstes ansteht, und nicht das, was in ein paar Stunden, ein paar Tagen oder einer Woche gemacht werden muss. In meinem neuen Video zeige ich dir einen Weg, wie du das schaffen kannst: Hat dir das weitergeholfen? Schreib einen Kommentar und lass es mich...

Einseitig oder beidseitig stillen?

Hmmm – einseitig oder beiseitig? Beidseitig bedeutet doch ein gleichmäßigeres Saugen und damit eine gleichmäßigere Milchbildung – oder nicht? Jain. Es stimmt schon, dass theoretisch beide Brüste gleichmäßig beansprucht werden, wenn erst auf der einen Seite gesaugt, und nach ein paar Minuten gleich auf der nächsten Seite weiter getrunken wird. ABER: Die Milch ist nicht die ganze Zeit komplett gleich zusammengesetzt. Die Muttermilch besteht (im Gegensatz zur Flaschennahrung) aus einer Vormilch und aus einer Nachmilch. Die Vormilch ist sehr wässrig und löscht den Durst des Babys. Die Nachmilch wiederum kommt erst nach einer gewissen Zeit und ist recht fetthaltig. Wenn du also schon die Seite wechselst, bevor die Nachmilch kommt, bekommt dein Baby lediglich die wässrige Vormilch auf beiden Seiten ab, während die Nachmilch gar nicht zum Zuge kommt. So gehen deinem Baby ein Haufen wichiger Kalorien und Nährstoffe abhanden! Es ist also besser, erst eine Seite komplett zu leeren, und erst wenn danach noch Bedarf besteht, zur anderen Seite zu wechseln. Beim nächsten Stillen fängst du ganz einfach mit der anderen Seite an. So werden beide Seiten gleich beansprucht, und die Milchproduktion bleibt gleichmäßig. Noch eine andere Sache ist wichtig: Häufiges Saugen steigert die Milchproduktion! Wenn du also beidseitig stillst, werden beide Seiten mehr beansprucht, als beim einseitigen Stillen, und der Körper bekommt das Signal: Milch machen! Das ist ein Wissen, dass du dir während der berühmten Wachstumsschübe zunutze machen kannst: Während der Wachstumsschübe ist es nämlich wichtig, das die Produktion gesteigert wird, dass bedeutet, je öfter du dein Baby anlegst, desto schneller hat sich dein Körper auf den neuen Bedarf eingestellt. In dieser Zeit kannst du ruhig...

Die Trotzphase nimmt ihren Lauf.

Soforthilfe bei Wutausbrüchen

Wenn jemand wütend ist, so richtig wütend, dann stauen sich eine Menge Gefühle an. Und diese Gefühle wollen raus. Bei uns Erwachsenen äußert sich das vor allem in der Sprache: Wir schimpfen was das Zeug hält und sagen des öfteren relativ unkluge Sachen, die nicht aus der Objektivität der Vernunft geboren wurden, sondern die aus einem Gefühl heraus stammen. Und dieses Gefühl sagt uns, dass Unrecht begangen wurden. Wir schimpfen also, um klar zu machen, dass für uns etwas nicht in Ordnung ist. Wenn du dir ein Kind anschaust, dann wirst du feststellen, dass es zwar auch schimpft, aber nicht so wie wir ,Großen‘. Besonders kleine Kinder können oft nicht einmal benennen, was eigentlich das große Unrecht war, geschweige denn das sie das Vokabular hätten, um sich Luft zu machen. Sie schreien und weinen. Und werden körperlich aktiv. Gefühle sind eine körperliche Sache (übrigens auch bei Erwachsenen, nur haben wir gelernt, sie zu verkopfen. Ob das gut ist oder nicht, sei jetzt mal dahingestellt). Insbesondere Wut versetzt den ganzen Körper in Aktion. Kinder hauen, schreien und machen kaputt. Was also tun? Ich würde generell immer vorschlagen, mit dem Kind im Gespräch zu bleiben, wenn es gerade keine Gefühlswallungen erlebt. Während dem Wutanfall ist es dazu nicht in der Lage! Wie fühlst du dich? Was ist da gerade passiert? Was macht dein Körper wenn du wütend bist? Was brauchst du, wenn du wütend bist? So lernt dein Kind sich selbst zu beobachten und zusätzlich von außen wahrzunehmen, um im Ernstfall nicht komplett die Kontrolle zu verlieren und weder sich noch andere zu verletzen. Wenn es aber denn mal soweit ist:...

Bin ich eine gute Mutter?

Ich habe ziemlich hohe Ansprüche an mich selbst, wenn es um das Muttersein geht. Interessanterweise geht es bei mir nicht so sehr darum, ob ich meine Tochter dazu bringe, möglichst früh lesen und schreiben zu lernen, sie sich perfekt benimmt und immer gut aussieht. Tatsächlich habe ich wesentlich andere Prioritäten als den äußeren Schein. Mich kümmert nicht, wie früh sie schreiben kann, sondern wie sie schreiben lernt; ob es sie interessiert und Spass hat. Ob es sie stärkt. Mich kümmert auch nicht, wenn sie frech ist. Mir ist eher wichtig, dass sie Respekt hat. Frech und respektlos sein sind zwei Paar Schuhe. Und mich kümmert es auch nicht, wie ihre Klamottenzusammenstellung aussieht, weil sie schon immer selbst sehr viel Wert darauf gelegt hat, auch wenn ihr Geschmack nicht unbedingt Mainstream ist. Sie muss glücklich mit ihren Klamotten sein, nicht ich. Das alles läuft also recht entspannt. Ich habe aber auch einen ganz besonders hohen Anspruch, der nicht immer machbar ist: Ich möchte, dass sich meine Tochter geborgen fühlt. Das geht, wenn ich sie in den Arm nehme, und auch, wenn wir friedlich etwas zusammen unternehmen. Das geht nicht, wenn wir uns streiten. Beim Streit geht es nicht darum, sich Nahe zu stehen und sich lieb zu haben. Im Streit werden Positionen vertreten. Es wird gekämpft. Streit ist ziemlich egoistisch. Ich kann nicht streiten und gleichzeitig mein Kind in den Arm nehmen. Dafür sind die Energien zu entgegengesetzt. Ich kann nicht streiten und gleichzeitig lieb und nett sein. Ich kann fair sein. Aber trotzdem geht es im Moment des Streits nicht darum, sich zu mögen. Es geht nicht um Verbindung, es geht um...

Tip: Was hilft einem Kind, das keine Kleidung erträgt?

Falls jemals der Eindruck entstanden sein sollte, bei uns würde alles rund laufen – das tut es nicht! Es gibt Zeiten, da bin ich recht verzweifelt. So z.B. beim Thema Anziehen. Hast du jemals eine Stunde damit zugebracht, deinem Kind dabei zu helfen sich zu überwinden, Socken anzuziehen? Ja? Dann weißt du ja, wovon ich spreche… und könntest einen Tip gebrauchen. Und vielleicht hast du einen Tip für mich, den du unten in die Kommentare schreiben kannst? Hier ist das Problem: Meine Tochter ist sehr wählerisch. Und ist sehr empfindlich was Klamotten auf ihrer Haut betrifft. Das einzige, was geht, sind hauchdünne Leggings (ja, es ist Winter… sie ist bereit, sich wenigstens Stulpen überzuziehen…). Aber auch da nicht alle. Und nicht immer dieselben paar. Klamotten stören. Nähte stören. Schiefsitzende Socken stören. Bilder, die nicht absolut gerade sind, stören. Socken, die nicht hoch genug gezogen sind, stören. Fester Stoff stört sowieso. Unterhosen unter Hosen stören. Strumpfhosen stören. Enge Hosen stören. Weite Hosen stören. So sehr, dass sie sofort vom Leib gerissen werden müssen, wenn sie nur die Haut berühren (oder auch wahlweise, wenn wir gerade zur Tür hinaus wollen). Es ist anstrengend. Es ist nervenzehrend. Für uns beide. Also was tun? Logische Argumente? Kommen nicht durch in der Verzweiflung des Augenblickes. Ruhig bleiben und etwas anderes aussuchen? Nach drei mal Kleiderwechseln ist jede Ruhe verflogen. Aber es gibt zwei Dinge, die bisher geholfen haben: 1. Nach dem Anziehen: Sie auffordern, die Füße zu spüren. Das lenkt sie ab, lässt sie zur Ruhe kommen, und mit etwas Glück schafft sie es über den ersten Impuls, sich die Kleider vom Leib zu reißen hinaus....

Der Drahtseilakt zwischen Nähe und Freiheit

Ich bin Mutter. Ich liebe meine Tochter. Ich möchte, dass sie in jeder Sekunde ihres Lebens genau das spürt. Ich möchte ihr Nähe geben. Ich habe sie gerne und lange gestillt. Ich habe sie getragen so lange es ging. Ich genieße es, dass sie tatsächlich zumindest phasenweise noch immer im Familienbett schlafen will. Ich genieße es, für da sein zu können und zu dürfen. Liebe und Geborgenheit sind zwei elementare Bestandteile meines Verständnisses von einer Mutter. Und doch… bin ich ein Mensch. Ich habe auch noch eine andere Seite. Diese andere Seite möchte frei sein. Diese andere Seite könnte es niemals etragen, Vollzeitmutter zu sein. Diese andere Seite fordert Unabhängigkeit. Ich habe einen Krebs-Aszendenten mit dem Mond in Steinbock. Mutter sein ist nicht nur natürlich für mich, es ist auch wichtig. Ich habe hohe Ansprüche. Und diese Ansprüche beziehen sich vorranging darauf, Geborgenheit zu spenden. Meine Tochter entspricht diesem meinen Anspruch ihrerseits, indem sie extreme Nähe fordert. Bis zu einem gewissen Grad geht das gut. Ab einem gewissen Grad wird es mir zu viel. Denn ich habe auch eine andere Seite. Meine Sonne. Meine Sonne ist im Wassermann, für die es das Schlimmste ist, keine Luft zum Atmen zu haben. Die gerne ausbricht. Die den Kopf voller Ideen hat. Für die Unabhängigkeit und Individualität zu den höchsten Gütern gehören. Krebs und Wassermann, Mond und Sonne, führen einen harten Kampf in mir aus. Der eine will Nähe, die andere will Freiheit. Und der Steinbock in mir will alles richtig machen. Zuweilen ist es einfach, und meine Tochter und ich liegen auf einer Wellenläge. Dann genieße ich es, dass meine Tochter...

Wie du mit deinen Problemen umgehst, ohne dass sie sich auf dein Kind übertragen

Wir hatten gerade eine tolle Telekonferenz, und da ich das Thema wichtig finde, ist hier eine Zusammenfassung unserer Ergebnisse: – Es ist kaum möglich, seine Probleme aus der Erziehung/Beziehung fern zu halten, weil unsere Probleme mitbestimmen, wer wir sind, was wiederum unsere Ausstrahlung und unser Auftreten beeinflusst. – Es sind meist nicht die Probleme an sich, die das Problem sind, sondern die daraus resultierenden Gefühle und das Umgehen damit. – Man muss unterscheiden zwischen akuten Gefühlsausbrüchen und latenten Themen/Problemen/Gefühlen, die immer unbewusst mitflattern, aber dafür sorgen, dass wir auf bestimmte Situationen mitunter Unangemessen reagieren. – Bei akuten Gefühlsausbrüchen (insbesondere Wut) kann helfen: Bewegung (z.B. einmal um den Block rennen/joggen) Abstand von der Situation gewinnen (auch gerne durch räumliche Trennung) und tief durchatmen. Dabei geht es nicht darum, die Gefühle runter zu schlucken, sondern sie zu fühlen und mit dem Ausatmen loszulassen (ein fffffff beim Ausatmen kann besonders helfen). Sagen, was mit einem los ist, und klar machen, dass das Kind nichts damit zu tun hat. Boxen (auf einen Sack oder Kissen), oder tatsächlicher Boxkampf mit einer Person, die deiner Stärke gewachsen ist. Es geht dabei nicht darum, der anderen Person weh zu tun, sondern die Energie in einer Kampfsituation los zu lassen. -Bei latenten, mitschwingenden Problemen sollte man sich unbedingt Hilfe holen. Außerdem ist ein gesteigertes Bewusstsein für die eigene Befindlichkeit enorm wichtig. Achte besonders auf deine Körpersignale und ob sich Spannung aufbaut, sodass du frühzeitig Druck ablassen kannst. – Egal, ob es sich um latente oder akute Gefühle handelt, es ist absolut wichtig, offen damit umzugehen. Ein verneinen, verheimlichen oder schönreden der eigenen Gefühle stiftet 1. Verwirrung (unterschiedliche...

Grenzen setzen….

Grenzen setzen ist in.  Das Grenzen wichtig sind steht in jedem Erziehungsratgeber.  Allerdings stellt sich Eltern, die sich über Erziehung den Kopf zerbrechen, die Frage: Was ist wichtiger, Grenzen oder persönliche Freiheit? Und wie setze ich Grenzen wirkungsvoll, und möglichst so, dass sie nicht kontrollierend sind? Soll ich Diskussionen zulassen (oder vielleicht sogar fördern?), oder einfach Nein und Punkt sagen? Oder soll ich gar keine Grenzen setzen? Himmelherrgottnochmalistdasschwierig. Ich weiß nicht, ob du dir diese Fragen stellst, aber ich stelle sie mir andauernd. Hier sind meine Antworten: Wofür sind Grenzen überhaupt da? Sie sind nicht dazu da, ein Kind in ein Korsett zu zwängen, sondern sind für den Schutz wichtiger Dinge da. Zunächst mal gibt es meine persönlichen Grenzen. Die Freiheit meines Kindes hört da auf, wo meine anfängt. Ich brauche also ein Gespür dafür, was meine persönlichen Grenzen sind. Was eine gute Übung besonders für Frauen ist, die viel damit beschäftigt sind, andere Leute gut fühlen zu lassen. Also mich… Dann sind da die Grenzen der Allgemeinheit. Und die persönlichen Grenzen meines Kindes. Bis jetzt geht also nicht um besonders schickes Betragen und Immer-nett-und-höflich-sein, sondern um ganz essentielle, persönliche Grenzen. Die allerwichtigste Frage: Was sind meine Grenzen? Um was geht es? Da wird’s schwierig… Wenn es um körperliche Unversehrtheit geht, ist es einfach, aber wenn es darum geht, ob der Fußboden unter Wasser gesetzt wird oder nicht? Da mischen sich verschiedene Dinge miteinander. Nämlich dass der Fußboden evtl. kaputt geht mit dem Glauben, wie mein Kind sich zu verhalten hat und (das wichtigste und emotional ausschlaggebendste, jedenfalls für mich) ob ich die Sauerei wieder aufwischen muss, und ich mich dadurch...

Und ganz langsam fängst du wieder an, als eigenständige Person zu denken und zu handeln.

Selbstbewusstsein und Monster High

Meine Tochter – fasst 6 Jahre alt – spielt gerne mit Puppen. Vor allem mit neuen Puppen. Und weil das so ist, überlege ich mir sehr, ob ich sie in einen Laden mit Spielzeugabteilung mitnehme. Was nicht immer vermeidbar ist. Also kann ich folgende Geschichte erzählen: Eigentlich wollten wir ein Geburtstagsgeschenk für einen Freund suchen. Aber da waren soooooooo viele NEUE Barbie-Puppen. Die alle herrlich glitzerten und blinkten, und überhaupt so aussahen, als könnte man ganz großartig mit ihnen spielen. Zunächst war Marwa dennoch recht wählerisch. Schließlich kann sie nicht mit irgendeiner Puppe spielen. Sie muss schon ganz besonders und auf die richtige Art und Weise glitzern. Aber nach dem ich zu einigen Puppen recht eindrucksvoll ‚Nein‘ gesagt hatte, und sie darauf hingewiesen hatte, dass wir eigentlich ein Geburtstagsgeschenk für jemand anderen suchen, dessen Geschmack eher in einem anderen Regal seine Repräsentation findet, wurde sie in ihrer Not recht wahllos. Was wenig nutzte. Bis sie ihre ganze Aufmerksamkeit auf das Bekommen einer Monster-High-Puppe lenkte. Für diejenigen, die nicht ganz so genau wissen, was es mit einer solchen Puppe auf sich hat: Eine Monster-High-Puppe basiert auf einem Charakter aus der Zeichentrick-Serie ‚Monster High‘ und sieht sehr gewöhnungsbedürftig aus. Sie ist spindeldürr, hat länger-wirkende Beine als Barbie, kurze Arme, die in spinnenartigen Fingern enden, einen Rücken, der so dermaßen im Hohlkreuz ist, dass ich sofort an Rückenschmerzen denken muss, einen riesigen Kopf und meist gaaaaaaaanz viel Farbe. Überall. Ich gewillt, meiner Tochter ein erneutes ‚Nein‘ entgegenzuschmettern, und ihr zu erklären, dass diese Puppe absolut nicht dem Frauenbild entspricht, das ich versuche ihre beizubringen. Eine Puppe, die sämtliche Klischees und Werbe-bäh in...

Ich wünschte, ich hätte das gewusst, als ich noch zur Schule ging

Ich war eine gute Schülerin. Hatte eigentlich, bis auf wenige Momente nie Probleme. Mein Abitur gehörte mit einem Durchschnitt von 1,9 zu den besten (aber noch nicht zuuuu streberhaft. Immer noch menschlich…). Der Grund, warum ich so gut und war, war weil ich ein sehr gutes Gespür dafür hatte, was meine Lehrer hören wollen. Und weil ich ein Talent habe, gut formulieren zu können. Aber Schule war grauenhaft für mich. Denn hier ist der Knackpunkt: Ich habe immer das geschrieben, was Lehrer hören wollen. Manchmal hatte ich Spass daran. Besonders, wenn mich eine Klausur zu neuen Erkenntnissen brachte. Es gab ein paar Lehrer, die zum Nachdenken anregten. Aber meistens habe ich Aufgaben erfüllt. Seelenlos. Ich habe es nie gewagt, die Aufgaben mit meiner Seele zu füllen. Obwohl ich sehr wohl wusste, dass ich Dinge abändern kann. Meine Mutter meinte immer: „Du kannst alles schreiben, du musst es nur gut begründen können.“ Ich habe es nicht gewagt. Ich hätte klar sagen können, was ich wie anders machen will, was ich wie anders einbringen möchte. Aber ich habe es nie getan. Weil ich mich nicht getraut habe. Aber auch, und vor allem, weil ich nicht wusste, was ich wie einbringen will. Nach einiger Zeit des Aufgabenerfüllens, das in gewisser Hinsicht seine Berechtigung hat, stumpft man ab. Man kommt nicht auf die Idee, sein Gehirn einzuschalten, wirklich einzuschalten, und zu überlegen, was man wie eigentlich machen und lernen will, und wie man das dann entsprechend in Unterricht und Klausuren einbringen kann. Was im Übrigen wahrscheinlich für Probleme bei der Bewertung gegeben hätte. Glück für die Lehrer. 😛 Heute sitze ich an meiner...

Equus-Coaching-Workshop. Oder: Pfeeeeeeeeerde!

Hallo meine Lieben! Ein frohes, neues Jahr wünsche ich euch! Ich möchte dieses Jahr damit starten, euch über etwas unglaublich tolles zu erzählen: Pfeeeeeerde! Ich schätze, es gibt einige unter euch, die zumindest als Kinder in Pferde vernarrt waren. Ich schätze auch, dass einige von euch es immer noch sind, aber nur ein Bruchteil davon es wirklich (noch) mit ihnen zu tun hat. Was sehr schade ist. Ich gehöre nämlich dazu. Wenn ich mich an meine (aktive) Pferdenarrzeit zurückerinnere, dann erinnere ich mich an Verbundenheit. Pferde haben eine ganz besondere Ausstrahlung, und selbst wenn wir nicht mit ihnen sprechen können wie mit Menschen, dann ist es doch vielleicht gerade das, was diese Verbundenheit ausmacht: Die Fähigkeit, ohne Worte zu kommunizieren. Es lässt mich ruhiger werden und mit Gefühl sprechen. Das, was unter diesen Worten liegt wahrnehmen. All das, was im Grunde nur ablenkt (Worte) ist auf einmal weg. Ich habe ein Wesen vor mir, und ich kann dieses Wesen spüren. Wie du vielleicht auch, hatte ich eine Zeit, in der ich geritten bin. Was toll ist. Aber um ehrlich zu sein, hat mir dabei immer etwas Wesentliches gefehlt: Die Möglichkeit, ohne Lehrplan und bestimmten, auferlegten Forderungen mit dem Pferd in Kontakt zu treten. Die Zeit, wirklich das Pferd kennen zu lernen, bevor ich auf seinen Rücken klettere und hü! rufe. Und das ist genau das, was mich am Equus-Coaching so brennend interessiert. Du kommunizierst mit einem Pferd, ohne es zu reiten. Ohne am Strick zu ziehen. Ohne laute Kommandos zu rufen. Du lernst das, worin wir leider nicht so gut sind, was aber 90% (oder so) der Kommunikation ausmacht:...

Was Introvertierte brauchen, um extrovertiert zu werden

Ich habe in letzter Zeit des öfteren zum Teil informationsreiche, zum Teil recht witzige Artikel und Comics zum Thema introvertiert gelesen und muss sagen, dass mir da etwas aufstößt. Introvertierte werden zum großen Teil als Menschen beschrieben und gesehen, die lieber alleine sind, möglichst ein Buch lesend oder träumend. Aber ich muss sagen, das stimmt so nicht. Ich würde mich selbst als introvertiert bezeichnen, und während ich kein Problem damit habe, allein zu sein und auch meist recht gern allein bin, heißt das nicht, dass ich nicht zuweilen recht extrovertierte Züge habe oder dass ich gar die Gesellschaft von Menschen meiden würde oder nicht wollte. Im Gegenteil. Ich brauche die Gesellschaft und Nähe von anderen Menschen. Ich brauche die Verbindung zu anderen Menschen. Und genau da ist auch der Punkt. Ich brauche eine Verbindung, die über Smalltalk hinausgeht. Mit Smalltalk kann ich nichts anfangen, es lässt mich unsicher werden. Auf eine Party zu gehen, bei der ich kaum jemand kenne, sprich ich keine emotionale Verbindung zu jemandem habe, ist ein Grauen. Und dieses Grauen führt dazu, dass ich mich verschließe und infolgedessen ist es noch schwieriger, aus mir rauszukommen. Was Introvertierte tatsächlich brauchen ist zunächst einmal Sicherheit. Sie müssen erst einmal ankommen, die Fühler ausstrecken, vielleicht erst mal im Hintergrund beobachten können, ein Gefühl für die Umgebung und die Leute bekommen. Das zweite, was Introvertierte brauchen, ist das Gefühl, willkommen zu sein. D.h., du gibst ihnen die Zeit im Hintergrund, die sie brauchen, bist aber jederzeit bereit, zur Seite zu rücken und sie einzubinden, wenn sie soweit sind. Und das dritte, was Introvertierte unter Umständen zu Extrovertierten werden lässt,...

Für alle, die bei einem Konflikt stumm wie ein Fisch werden

Wahrscheinlich bist du ein Mensch, der sehr redegewandt ist. Du kannst dich ausdrücken. Du bist intelligent. Reflektiert. Sprich, normalerweise bist du des Sprechens mächtig. Und doch. Wenn dich jemand verbal angreift oder dich von der Seite anmachst, wirst du plötzlich stumm wie ein Fisch. All die Worte, die du hättest vorbringen können (und die dir hinterher einfallen) – weg. Glaub mir, du bist nicht die einzige, der es so geht. Du bist in guter Gesellschaft. Es ist also alles in Ordnung mit dir. Lass uns einmal anschauen, was mit dir in dem Moment, indem du dich angegriffen fühlst passiert: Angegriffen ist hier auch gleich das richtige Wort. Egal, was dein intelligentes Hirn objektiv über die Situation denken mag, auf tieferer Ebene erlebst du gerade eine Attacke, wahrscheinlich sogar einen Überraschungsangriff. Dein Körper entscheidet blitzschnell, dass es hier um mehr geht, als du rational verarbeiten kannst, hier geht es um Leben und Tod. Dein Reptilienhirn übernimmt und setzt alle anderen Bereiche des Denkens aus. Es versetzt dich in den Fight-or-Flight-Modus. Würdest du einem Säbelzahntiger gegenüberstehen, würde dich dieser Fight-or-Flight-Modus retten. Es gibt hier nämlich nur zwei Optionen – kämpfen oder flüchten. Und alles passiert instinktiv. Dadurch wird wertvolle Zeit gespart. Hier, in dieser Situation, gibt es keinen Säbelzahntiger, nichts bei dem du physisch in Aktion treten könntest. Aber auch hier könntest du kämpfen oder flüchten. Du könntest kämpfen, d.h. zurück schreien. Oder flüchten. Was dich verbal verstummen lässt. Du fällst in eine Schockstarre. Wie ein Käfer, der sich tot stellt. Um das zu erkennen, denke einmal an eine in Frage kommende Situation zurück. Achte nun einmal weniger darauf, was vor...

Der wahre Grund, warum du versuchst, dich zu erklären

Ich gehe mal davon aus, dass du zu denjenigen gehörst, die relativ empathisch sind und die daran interessiert sind, dass wir alle gut miteinander können. Und wenn dem so ist, dann kennst du sehr wahrscheinlich auch diese Situation: Du unterhältst dich mit jemandem. Und bekommst das Gefühl, völlig falsch verstanden und/oder gesehen zu werden. Also versuchst du, dieses Bild zu korrigieren. Du fängst an, zu erklären. Aber der andere scheint immer noch nicht zu verstehen. Also versuchst du weiter, dich zu erklären, und noch ein bisschen mehr zu erklären, in der Hoffnung, irgendwann ein Zeichen deines Gegenübers zu bekommen, dass er dich gehört hat. Leider kommt dieser Moment höchst wahrscheinlich nicht, und du verlässt das Gespräch mit der Panik, nun vollkommen unten durch zu sein, oder noch schlimmer, du zweifelst an dir selbst. Dabei ist nichts von dem, was dir dein Gehirn in einem Anflug von Selbstzerstörung einredet, wahr. Alles ist gut. Du bist vollkommen in Ordnung, und ob der andere dich letzten Endes doch verstanden hat oder nicht, ist ganz sicher nicht das Ende der Welt. Auch wenn es sich so anfühlt. Es handelt es sich lediglich um eine gescheiterte Kommunikation. Hier ist, was gerade wirklich passiert ist: Ihr seid von Anfang in zwei vollkommen verschiedenen Modi: Du bist in diesem Gespräch, um mit dem anderen auf eine Ebene zu kommen und in gewisser Weise eine Verbindung einzugehen. Der andere ist in dem Gespräch, um seine Meinung, sprich, sein Ego kund zu tun. Was im Grunde kein Problem ist, aber es ist sehr wichtig, dies zu erkennen, denn ihr beide kommt mit völlig unterschiedlichen Erwartungen in dieses Gespräch. Wenn...

Aber immer gilt:

Es gibt keinen, der so ist wie du und deine Familie.

Wenn sich etwas nicht richtig anfühlt – finde deinen eigenen Weg!