Ich wollte ihn nicht. Ich wollte ihn wirklich nicht. Diese Dinger, die Kinder oft bis über die Kleinkindzeit hinaus mit sich herum schleppen. Die ständig im Mund stecken und man kein Wort versteht, was sie denn sagen. Die für viele Sprachfehler zuständig sind. Bei denen Mami und Papi schon der Schweiß ausbricht, wenn sie nur daran denken, was passiert, wenn der Nuckel wieder nicht auffindbar ist. Katastrophe! Deswegen lieber gleich fünf, ach was, besser zehn mitnehmen! Diese Dinger, wegen denen die Kleinen nachts ständig aufwachen, weil sie sie haben fallen lassen und daher gleich eine ganze Horde im Bett gebunkert wird, damit auch ja schnell einer greifbar ist. Und nicht zuletzt diese Dinger, die dem Kind in den Mund gestopft werden, wenn es laut, d.h. unbequem wird.
Meinem Kind sollte das nicht widerfahren. Nein, mein Kind sollte sagen können, wenn ihm etwas nicht passt. Mein Kind sollte nicht auf einen Brustersatz ausweichen müssen, es sollte das ganze Packet bekommen. Stillen ist schließlich so viel mehr als Nahrungsaufnahme. Es bietet Geborgenheit, die kein Schnuller der Welt meinem Kind geben könnte.
Tja, und sie wachte nachts ständig auf. Und sie wollte nuckeln. Und nuckeln. Und nuckeln. Und so nahm ich sie immer öfter mit in mein Bett, in der stillen Hoffnung, dass sie es irgendwann schon lernen würde. Und sie bekam Zähne. Das kann sehr unangenehm werden, wenn die Brust eine Stunde dauerbearbeitet wird, und nein, sie auf gar keinen Fall, nicht einmal ein bisschen, loslassen will!
Tja, und sie nahm zu. Eigentlich kein Problem. Viele Mütter schielten neidisch auf ihre Monsterbeine. Alle fanden ihre Bäckchen „sooooo süß“ und wollten sie unbedingt knuddeln. Stillkinder kann man nicht überfüttern. Sie holen sich, was sie brauchen. Stimmt. Eigentlich. Nur, meine Tochter sprengte mit 6 Monaten alle Percentilen. Ohne Beikost. Eigentlich kein Problem. Schließlich wächst sie ja noch und zieht sich so in die Länge. Eigentlich. Nur: Sie lag durch ihr Gewicht ein wenig hinten an. Konnte noch nicht rollen. Sitzen ja. Aber ihre Mobilität war doch sehr eingeschränkt. Ist halt etwas anderes, ob man 8 kg oder 9,5 kg rumwuchten muss. Der Arzt meinte, ich sollte vielleicht mal ein wenig weniger stillen. Nachts vielleicht eine Mahlzeit auslassen. Ahahaha! Guter Mann! Ich war trotzdem fest entschlossen, dieser ewigen Trinkerei ein Ende zu setzen und ihr NICHT nach 2,5 Stunden bereits die nächste Mahlzeit verabreichen (Man beachte, dass sie tagsüber bereits sämtliche Mahlzeiten, die ein Kind so braucht, zu sich genommen hat). Und blieb mitten in der Nacht zwei Stunden wach, ganz damit beschäftigt, mein Kind in den Schlaf zu wiegen (kein Problem) und dann abzulegen (da lag das Problem). Einmal und nie wieder!
Tja, und da kam er wieder, dieser nervtötende Aussagesatz meines Mannes: „Mensch, gib ihr doch einen Schnuller! Dann hast du keine Probleme mehr!“ Und ich war gewillt, es zu versuchen. Nach 6 Monaten. Wo doch andere Kinder schon zwei Wochen nach der Geburt einen Schnuller ablehnen. Und sie nahm in. Und schlief selig die ganze nacht hindurch in ihrem Bett.





Hallo! Ich wollte mal fragen, wie es euch mit eurem Schnuller nun geht. Ich stehe nun vor dem gleichen Problem: Dank baby-led weaning braucht die Kleine (9M) tagsüber kaum mehr die Brust und verlangt auch nicht danach. Das Saugbedürfnis ist allerdings wohl nach wie vor vorhanden und gepaart mit der Hitze und dem Umzug ihr eigenes Zimmer ist das mit dem Einschlafen nun so eine Sache… Da sie den Schnulli schon als Baby verweigert hat, müsste ich ihn ihr jetzt regelrecht antrainieren… Oder hast du da noch einen anderen Trick (ich bin Fan deiner Trickkiste…)?
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Hannah Reply:
June 11th, 2010 at 9:35 pm
Hallo Jule,
wie schön zu hören, das babyled-weaning so gut für euch funktioniert!
Marwa nimmt nach wie vor den Schnuller zum Schlafen. Allerdings gibt es Tage, an denen sie zum Einschlafen ausdrücklich die Brust verlangt. Auch tagsüber stille ich wieder wesentlich mehr als vorher, weil ich den Brei nun ganz sein gelassen hab, und Marwa entscheiden lasse, was und wie viel sie isst, bzw trinkt. Sie bekommt immer dann Essen angeboten, wenn ich auch esse (und zwischendurch, wenn sie Hunger zu haben scheint), und zwar meistens das, was ich auch esse (ich esse eben so, dass sie es auch gut verträgt).
Was genau ist denn dein Problem? Möchtest du, dass sie ganz ohne Brust alleine einschläft? Oder ist es ok für dich, wenn sie zum Einschlafen saugt? Wie habt ihr das denn bisher immer gemacht?
Du kannst mir auch eine email an hannah@wunderbarekinder.com schicken.
Liebe Grüße,
Hannah
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