Ich denke, Blähungen sind doch ein recht angesagtes Thema unter Eltern. Diese Gase können ja auch durchaus unangenehm werden – für die Babys sowieso, und für die Eltern, die nicht wissen, wie sie ihrem kleinen Stöpsel helfen können. Aber keine Angst – die Rettung naht!
Ich hab mal ein bisschen recherchiert, und da ist so einiges zusammen gekommen, was man mal ausprobieren könnte. Das allheilende Wundermittel gibt’s wohl nicht, dafür sind die Babys zu verschieden – dem einen hilft dies, dem anderen das, je nachdem, was die Ursache für das Pups-Problem ist.
Als allererstes würde ich mal überprüfen, ob dein Baby genug Bäuerchen macht. Am besten nach jedem Stillen, wenn du die Seite wechselst, aber auch sonst könnte ein netter Rülpser angebracht sein. Erstens könnte es sein, dass nicht alles hochgekommen ist, und zweitens schlucken Babys beim Schreien viel Luft – die natürlich wieder raus muss, sonst wandert sie weiter, macht Blähungen und führt zu noch mehr Schreien.
Überprüfen solltest du auch, ob dein Baby beim Trinken viel Luft schluckt. Das kann passieren, wenn es nicht richtig an der Brust angedockt ist, oder aber, wenn du es mit der Flasche fütterst, bei einem zu großen Loch im Sauger. Achte beim Flsachen-füttern darauf, dass dein Baby im 45°-Winkel liegt (nicht flach), und die Flasche so gekippt ist, dass immer Flüssigkeit im Sauger ist. Es gibt auch extra Flaschensysteme, die darauf ausgelegt sind, das Schlucken von Luft zu vermeiden.
Beruhigend auf sehr viele Babys wirkt der Fliegergriff. Dazu legst dein Baby auf deinen Arm, mit dem Bauch nach unten. Der Kopf ruht entweder in deiner Hand, oder in der Armbeuge (du kannst ausprobieren, welche Position dir und deinem Baby am besten gefällt).
Die Bauchlage hat meiner Tochter ganz gut geholfen, die Winde loszuwerden. Wahrscheinlich wegen dem zusätzlichen Druck auf den Bauch… Aber bitte nicht so schlafen lassen, schon gar nicht unbeaufsichtigt, wegen der SIDS-Gefahr.
Kümmel in allen Variationen. Kümmeltee (meine Oma schwört darauf), Kümmelöl, Kümmelzäpfchen, Windsalbe, Vier-Winde-Öl… Das der Kümmel so beliebt ist, liegt an seiner beruhigenden und krampflösenden Wirkung, die unerwünschte Gase im nu aus dem Darm treibt.![]()
Kümmeltee kann entweder gekauft oder am besten selbst hergestellt werden. Hier das Rezept von meiner Oma: 1 Teelöffel Kümmel auf 250 ml Wasser geben und 10 min köcheln lassen. Abseien, fertig. Vor jeder (Milch-)Mahlzeit einen Teelöffel Tee geben.
Kümmelöl kann man in der Apotheke oder im Reformhaus kaufen. Weil das ätherische Öl doch recht konzentriert ist, empfiehlt es sich, dieses mit Olivenöl zu mischen (1 Tropfen auf 20 ml). Damit kann dann der Bauch massiert werden.
Wer es ein bisschen praktischer haben will, kann sich auch Windsalbe aus der Apotheke holen. Die besteht aus Kümmelöl und weißem Vaselin, ist also fix und fertig und kann sofort zur Massage angewendet werden. Viele Mütter schwärmen von dieser Windsalbe und sagen, dass nach einer solchen Massage eine rekordverdächtige Pupserei losgeht…
Etwas ähnliches ist auch das Vier-Winde-Öl. Allerdings besteht es nicht nur aus Kümmelöl, sondern auch aus Jojobaöl, Anisöl, Fenchelöl und Korianderöl. Auch mit diesem Öl wird der Bauch massiert.
Wer nicht massieren will, sondern lieber was zum einnehmen haben will, dem seien Kümmelzäpfchen empfohlen. Ein halbes Zäpfchen reicht in der Regel aus, um die Blähungen abzuführen.
Ich habe vorhin Kümmeltee erwähnt, Fencheltee wirkt aber bei vielen Babys auch gut. Diese Tees können auch gerne von der Mutter getrunken werden, dein Baby bekommt die Wirkstoffe dann über die Muttermilch. Aber Achtung: Die Tees sind milchbildend. Gut, wenn du diese Wirkung gebrauchen kannst, schlecht, wenn du sowieso schon einen starken Milchvorrat hast.
Massagen können helfen, den Bauch zu entspannen und die Darmtätigkeit unterstützen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den Bauch zu massieren. Zum einen kann natürlich eins der oben erwähnten Öle verwendet werden. Dazu ein paar Tropfen auf den Bauch geben und im Uhrzeigersinn sanft streichen. Im Uhrzeigersinn deshalb, weil der Darm so rum läuft, und es ist, glaube ich, besser, die Blähungen in Richtung Öffnung zu treiben, anstatt andersrum…
Ein weiteres Massageöl ist übrigens das Baby-Bäuchleinöl von WELEDA. Es enthält keinen Kümmel (deswegen kommt es erst jetzt), aber dafür Majoran, römsche Kamille, Kardamom und Mandelöl.
Fahrrad fahren mit den Beinen hilft auch ganz gut. Dazu werden die Beinchen abwechselnd angewinkelt und sanft gegen den Bauch gedrückt, sodass es eben aussieht, als würde dein Baby in der Luft Fahrrad fahren.
Dann gibt es noch die Fußreflexzonenmassage. Dazu nimmst du beide Füßchen jeweils in eine Hand und streichst mit dem Daumen den rechten Fuß von der Ferse, an der Kante entlang, bis zum Ballen, einen Halbkreis beschreibend, den linken Fuß genau andersrum. Beide Halbkreise zusammen ergeben einen ganzen Kreis.
Nicht immer liegt das Problem im Darm. Es kann auch sein, dass dein Baby durch eine Blockade im Becken- oder Nackenbereich viel Spannung aufgebaut hat, was sich wiederum auf den Darm auswirkt, sodass dieser nicht richtig arbeiten kann. In diesem Fall ist ein Besuch beim Osteopathen Gold wert. Siehe auch Craniosacrale Osteopathie.
Auch die Homöopathie kann Wunder wirken. Ich möchte aber ausdrücklich darauf hinweisen, dass es nicht den Heilgesetzen der Homöopathie entspricht, ein Mittel speziell gegen Blähungen zu geben. Es werden immer ganze Menschen behandelt, nicht Symptome. Bitte suche daher einen ausgebildeten klassischen Homöopathen auf, der alle Mittel in ihren Feinheiten kennt, und eines speziell für dein Baby raussuchen kann, welches nicht unbedingt ein typisches Mittel gegen Blähungen sein muss.
Wie oft stillst du dein Kind? Zu häufiges Stillen kann Blähungen verursachen, weil dann die frische Milch auf die angedaute Milch trifft. Achte auf einen Abstand von min. 2, besser 3 Stunden zwischen den Mahlzeiten.
Folgenden Tip habe ich auf der hausfrauenseite.de gefunden:
Ein Tip zu den 3-Monatskoliken (altes Rezept von meiner Ostpreussen-Oma): ein paar Tropfen Rizinusöl (billig in der Apotheke zu kaufen) in einem Topf erhitzen, ein Stückchen Flanell darauf werfen, erwärmen. Achtung, wenn es zu braun wird, besteht Feuergefahr – Auf dem Handrücken abkühlen lassen und dann dem Schreihals links unter/neben dem Bauchnabel in die Windel legen – zumachen – warten.
Nach kurzer Zeit geht das Gepupe los – bis zum nächsten Morgen die Windel gut verschlossen halten, sonst kann man/frau alles waschen, sogar die Ohren des Babys, das dann allerdings kein Bauchweh mehr hat.
Es kann sein, dass dein Baby auf bestimmte Nahrungsmittel schlecht reagiert. Nein, dass ist jetzt nicht die Geschichte mit den blähenden Labensmitteln, die stimmt nämlich gar nicht. Manche Babys reagieren allerdings auf Milch mit Blähungen. Probier mal aus, was passiert, wenn du Kuhmilch weglässt. Bekommt dein Baby Fertigmilch aus der Flasche, kann es sein, dass es auf deren Bestandteile reagiert. Für solche Fälle gibt es Spezialnahrung, etwa Aptamil Comfort und Beba Sensitive. Diese Spezialnahrung wird extra für Babys mit einer Nahrungsmittelunverträglichkeit hergestellt. Bei Kuhmilchunverträglichkeit gibt es dann Aptamil Soja, die auf Soja-Basis hergestellt ist.
Saugen hat meiner Tochter oft geholfen, die Blähungen loszuwerden – nicht am Schnuller, sondern an der Brust. An der Brust saugt sie anders, und entspannt sich total. Kiefer und Beckenboden sind reflexzonenmäßig miteinander verbunden, dass hab ich schon im Schwangeren-Yoga gelernt.
Dieser Tip ist allerdings mit Vorsicht zu genießen – erstens kann das ständige Stillen zu noch mehr Blähungen führen und zweitens: Ja, man kann Überstillen. Man muss sich zwar sehr anstrengen, aber es geht…
Hier noch zwei Tips von Marwa (siehe Kommentar, danke dafür): die Milch nicht mit normalem, sondern mit Fenchelwasser anrühren. So hat man gleich die Wirkung vom Fenchel in der Milchmahlzeit und kann sich den Fencheltee sparen.
Und: Lefax Pump-Liquid bzw Sab Simplex. Bei Lefax Pump-Liquid gibst du laut Broschüre deinem Baby vor dem Stillen ein bis zwei Pumpstöße mit einem Löffel in die Wangentasche, dasselbe machst du nochmal, wenn du die Seite wechselst. Bekommt dein Baby die Flasche, gibst du ein bis zwei Pumpstöße direkt in die Milch. Das soll helfen, die Schaumbildung im Magen zu vermindern. Bei Sab Simplex sollen 15 Tropfen der Flasche zugefügt, bzw bei Stillkindern vor der Milchmahlzeit mit einem Löffel gegeben werden. Wirkstoff und Wirkung sind bei beiden identisch.
Blähungen sind sehr oft die Folge der Unreifheit des Verdauungstraktes. Das hörst du jetzt bestimmt nicht gerne, aber die Zeit hat ein Wörtchen mitzureden – mit dem Alter reift auch die Verdauung heran, und die Blähungen nehmen irgendwann (endlich) ein Ende.
In der Zwischenzeit gilt: Ruhe bewahren! Ich denke, deinem Kind ist besser geholfen (bzw du kannst deinem Baby besser helfen), wenn du selbst ruhig bist! Wie soll es sich denn beruhigen und entspannen, wenn seine Eltern selbst total nervös sind? Also: tief durchatmen. Es geht vorbei. Vielleicht hilft dir dabei The Work Of Byron Katie.
So, das war jetzt ein langer Artikel, und ich hoffe sehr, dass etwas dabei ist, das dir und deinem Baby hilft. Sollte etwas fehlen, bzw du hast das ultimative Wundermittel bei Blähungen gefunden: Schreib einen Kommentar und hilf mir und anderen Müttern! Wenn dir was von den bereits vorhandenen Tips geholfen hat: schreib doch, was es war.
Bilder: Kümmel: © 2008 Bernd Boscolo / pixelio.de
Globuli: © Dr. Leonora Schwarz / pixelio.de
Bitte lies auch hier:
Ursachen für Blähungen beim Baby
Blähende Lebensmittel gegessen = Blähungen beim Baby?
Woran erkennt man eine Glutenunverträglichkeit?





unserer kleinen hat es geholfen, wenn wir ihre milch statt mit wasser mit fencheltee zubereitet haben. gut sind auch die tropfen von lefax (gibts auch von saab simplex)- die sorgen nur dafür, dass die bläschen in der milch sofort verschwindern (verändern also die oberflächen-struktur) werden aber nicht vom körper aufgenommen und sind somit bedenkenlos auch für die ganz kleinen zu gebrauchen.
und der fliegergriff war tatsächlich gold wert….
wir hatten auch so manchen schlimmen abend, da hilft nur: augen zu und durch, es hört irgendwann wieder auf, wirklich.
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Hannah Reply:
March 9th, 2010 at 2:00 pm
Oh, danke für den Tip! Werde ich gleich hinzufügen, ja?
Viele Grüße,
Hannah
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“Es kann auch sein, dass dein Baby durch eine Blockade im Becken- oder Nackenbereich viel Spannung aufgebaut hat, was sich…” – danke! *g*
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Hannah Reply:
March 18th, 2010 at 8:03 am
Bitte! Freut mich, wenn ich helfen kann!
Alles Gute,
Hannah
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Lefax und Saab Simplex sind Entschäumer, die Tonnenweise in Babys verschwinden – wir benutzen das Zeugs auch aber ich glaube eher im guten Glauben als mit erkennbarer Wirkung.
Mich hat am meisten die Theorie vom ‘unreifen Trimester’ überzeugt (Säuglinge verkrampfen sich, da Peristaltik und Nerven im ganzen noch unreif sind) – und das pucken, berauschen mit dem Radio und der ganze Kram scheinen wirklich zu wirken.
Homöopathie ist bei Säuglingen noch nicht wirksam – durch Suggestion und Scheinmedikation heilt da nichts. Die Heilschule ist was für Leichtgläubige also eher was für Kleinkinder wo der Onkel Doktor mal pustet…
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Hallo rexy,
ich bin ebenfalls von der Theorie des vierten Trimesters überzeugt. Das trifft wohl auch auf die meisten Babies zu. Näheres kannst du hier lesen:
http://www.wunderbarekinder.com/2010/02/28/das-glucklichste-baby-der-welt/
Allerdings gibt es tatsächlich Babys, die zu Blähungen neigen. Und da gibt es eben die o.g. Sachen, die man machen kann. Wenn nichts hilft – hilft nur aussitzen, bis die Verdauung reif genug ist. Das kann leider einige Zeit dauern…
Was Homöopathie betrifft: Ich muss vehement widersprechen, weil sowohl bei mir, als auch bei meiner Tochter, als auch bei meiner Tochter unter der Geburt, sehr gute Erfahrungen gemacht habe. Sie wirkt nur eben völlig anders als herkömmliche Medikamente, weshalb man nie glauben sollte, dass man nur ein Kügelchen einschmeißen braucht, und schon ist man alle Sorgen los. So funktioniert das nicht. Man braucht schon einen sehr guten Homöopathen, von Leuten, die Fortbildungen gemacht haben, oder gar Selbstmedikation halte ich gar nichts. Dafür sind die Mittel zu fein differenziert.
Viele Grüße,
Hannah
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