Also, es gibt verschiedene Möglichkeiten, seinem Kind Nahrung zuzuführen. Dabei gibt es potentiell sauberere als andere… Die momentan angesagteste Methode ist das Brei-füttern. Am Anfang mag es da noch so einige Unstimmigkeiten zwischen Eltern und Kind geben, wohin das Essen gehört. Mit der Zeit aber ist klar, dass der Löffel in den Mund gehört, und irgendwann sperrt (hoffentlich) auch das widerspenstigste Baby den Schnabel weit auf, sodass der Brei mit ein wenig Geschick völlig kleckerfrei an sein Ziel gelangt. Dann gibt es noch die andere Möglichkeit. Nämlich sein Baby selbst bestimmen lassen, was und wie viel es essen möchte. Sprich, du legst ihm das Essen vor die Nase und wartest ab, was passiert (natürlich nicht als Brei, sondern als “fingerfood”). Meistens werden sie sehr schnell neugierig und essen äußerst selbstständig und gut (siehe auch Baby-led weaning). Die Sache hat nur einen Haken: Sie ist absolut nicht sauber. Man könnte sie sogar als eine äußerst schmutzige Angelegenheit bezeichnen. Das Essen ist nämlich jetzt kein Essen mehr, sondern eine absolut interessante Sache, die gerne mal gematscht, geknetet und in alle Richtungen verstreut wird. Ich muss ganz ehrlich sagen, auch ich sträube mich, unseren tollen Teppich mit Bananenmatsche bekleckern zu lassen. Auch wenn meine Tochter (jetzt 11,5 Monate) es bestimmt anders sieht, und den Teppich bestimmt viel interessanter findet, wenn sie Banane reinschmiert.
Nein, ich bin in dieser Hinsicht ein klein wenig pingelig, und lasse sie die potentiell schmierigen, matschigen und vor allem färbenden Nahrungsmittel NICHT selber essen. Das bedeutet nicht, dass ich ihr Brei zu essen gebe (sie mag ihn seit einiger Zeit überhaupt nicht mehr, und ich bin da ganz froh drüber, weil es mir einen Haufen Arbeit erspart), im Gegenteil, sie isst absolut richtiges Essen, das gleiche wie ich (nur ungesalzen). Aber sie bekommt es eben nicht in die eigene Hand, sondern ich füttere sie. Meistens.
Manchmal jedoch mag sie sich nicht füttern lassen. Dann stößt sie meine Hand weg und greift selbst in die Schüssel. An diesen Tagen habe ich die Wahl: Entweder ich versuche auf Teufel komm raus, sie weiterhin zu füttern, und damit die Sauberkeit zu wahren (oder auch nicht; immerhin stößt sie ja meine Hand weg, sodass das Essen in hohem Bogen durch das Zimmer fliegt). Oder ich lasse sie gewähren und das Essen mit ihren kleinen Händen untersuchen. Und matschen. Auch wenn ich es eigentlich nicht mag, wenn man mit dem Essen spielt. Aber es gehört wohl zu ihrer Entwicklung dazu und unterstützt übrigens ganz nebenbei die Feinmotorik. Von daher…
An diesen Tagen gehe ich in die Küche oder auf den Balkon, also an Orte, die man leicht wieder sauber bekommt. Marwa wird komplett ausgezogen. Und ich ziehe mir auch nur das nötigste an (ich werde nämlich gerne in die Matscherei einbezogen). Und dann bekommt sie ihre Plastikschüssel mit einem Teil ihrer Mahlzeit (den Rest bewahre ich seperat auf, damit sie doch noch genug in den Bauch bekommt
). Ein Teil landet auf dem Boden. Ein Teil landet auf ihr. Ein Teil landet auf mir. Aber ein großer Teil landet auch in ihrem Mund. Und das ist doch absolut zufriedenstellend: Sie ist satt, alles, was nicht schmutzig werden soll, bleibt sauber, und das Beste: Sie hat ihr Bedürfnis ausgelebt, und ist die nächsten Tage bereit, sich bei potentiell matschigen und färbenden Angelegenheiten füttern zu lassen.
Wie ist das bei deinem Kind? Sauber und brav oder wild und fleckig? Schreib einen Kommentar und erzähl!
Bitte lies auch hier:
Baby-led weaning oder wie ein Baby ohne Brei groß werden kann
Video: Essen wie die Großen – mit 8 Monaten und ungebreit
Muss mein Kind mit 6 Monaten unbedingt ganze Mahzeiten zu sich nehmen?
Glässchen-Brei vs. Selber-kochen – pro/contra





Hallo liebe Hannah! Genauso ist es bei uns auch! Meine Kleine (10M)lässt sich allerdings überhaupt nicht mehr füttern (was schade ist, weil Dinge wie Joghurt etc. KANN sie eben nicht mit Fingern essen…)
Heute habe ich vielleicht aber auch einen Tipp für dich, der mich vor ein paar Wochen komplett begeistert hat. Babies ab 9 Monaten (vielleicht auch schon eher, wer weiß) können nämlich ganz prima mittels Strohhalm aus einem Becher trinken. Das ist besonders im Sommer total gut, weil dann keine Wespen etc. im Becher sein können und die nervende Nuckelflasche habe ich schon in den Schrank verbannt… Manchen Kindern muss man erst zeigen, dass sie durch den Strohhalm trinekn können. Dazu saugt man den Strohhalm voll und knickt ihn dann ab (eher am unteren Teil, nicht am oberen Ende, sonst gibt es Sauerei), so dass er gefüllt bleibt und gibt ihn dann dem Kind in den Mund. Sofort setzt der Saugreflex ein und das Kind trinkt ab sofort aus dem Strohhalm! Bei meiner Kleinen hat es auf anhieb funktioniert! Praktisch ist auch, dass sie ihren Strohhalmbecher (vorausgesetzt man verwendet einen Becher mit Deckel und Silikondichtung) kippt ein Kind ja dann um, weil es den Kopf zu weit in den Nacken legen müsste. Du siehst, ich bin echt begeistert und mir würden sicher noch mehr Argumente einfallen, aber vielleicht kann ich mir die Zeit ja auch sparen und habe dich auch so schon überzeugt???
[Reply]
Hannah Reply:
July 15th, 2010 at 9:43 pm
Hallo Jule,
danke für den Tip! Tatsächlich habe ich gerade vor ein paar Tagen so einen Becher mit Strohhalm gekauft und ich hab mich schon gefragt, wie ich Marwa verklickern kann, wie man daraus trinkt. Werd ich auf jeden Fall ausprobieren!
Viele Grüße,
Hannah
[Reply]
Oh, in dem Satz fehlt wohl ein wichtiger Teil
” Praktisch ist auch, dass sie ihren Strohhalmbecher *SELBST HALTEN KÖNNEN* (vorausgesetzt man verwendet einen Becher mit Deckel und Silikondichtung)*MIT EINER NUCKELFLASCHE* kippt ein Kind ja dann um, weil es den Kopf zu weit in den Nacken legen müsste. “
[Reply]