Dein Körper ist Kunst

Die Sache mit der Schönheit und dem Zufrieden-sein-mit-und-in-seinem-Körper ist schon ein wenig tricky.

Zuerst sind da die ganzen “Schöhnheitsideale”. Wenn du dem nicht entsprichst, und glaubst, so aussehen zu wollen, dann hast du ein Problem. Wenn du dem entsprichst, hast du wahrscheinlich trotzdem ein Problem, weil es nicht nur ein Schönheitsideal gibt, und du mit Garantie nach dem anderen hungerst.

Dann sind da die Leute, die sich von dem ganzen Gedöns abwenden und zu ihrem Körper stehen wollen. Das ist auch ganz toll. Wenn nur nicht ganz viele gegen den Schönheitswahnsinn ankämpfen würden, ihren Weg und Körper verteidigen und Schönheitsideale herunterputzen würden. Wenn du das machst, hast du wieder ein Problem, weil du wieder nicht bei dir bist, sondern nach außen schaust, und gegen Windmühlen kämpfst.

Es gibt noch eine dritte Möglichkeit: Vergiss, was Schönheit ist. Vergiss überhaupt alle Worte, die mit einer Definition zu tun haben. Vergiss, wie eine Nase aussieht (überhaupt Nasen, nicht nur das Ideal). Vergiss, wie ein Bauch normalerweise aussieht. Werde offen für alle Möglichkeiten.

Und jetzt betrachte den Körper als ein Kunstwerk. Als abstrakte Kunst, um genau zu sein. Siehst du die Linien? Die ganz individuellen und eigenwilligen Formen? Ohne zu definieren, ob du eine Nase oder ein Ohr vor dir hast. Schau dir einfach die Form an.

Wenn dein Bauch von der Schwangerschaft gerissen ist, schau ihn dir an. Mit der Neugierde eines Künstlers. Siehst du die ganzen Linien? Wie jede ein wenig anders geformt ist, und sie zusammen ein Muster bilden?

Wenn du Cellulite hast, schau dir deinen Po an. Siehst du, wie die Beulen geformt sind? Schau sie dir ohne Bewertung an. Siehst du, wie faszinierend sie die Rundungen deines Pos schmücken?

Schau dir deine Reiterhosen an, wie sie deine Figur zu etwas ganz besonderem machen.

Schau dir deine Brüste an, ob groß, klein, hängend oder unterschiedlich groß, wie sie deinem Körper eine ganz persönliche Note geben.

Wenn du dir jetzt etwas anziehst, dann mach es, als würdest du ein Kunstwerk schaffen:

Wenn du malst, dann kannst du das auf zwei Arten machen: Entweder, du hast genau im Kopf, wie ein Gesicht auszusehen hat, und versuchst, deine Vorstellung auf’s Papier zu bringen (und scheiterst kläglich – selbst geübte haben oft Probleme, die Perfektion ihrer Vorstellungskraft mit ihren Händen zu übersetzen), oder du weißt, was du essentiell malen willst (ein Gesicht), und lässt deinen Pinsel über das Papier gleiten. Wenn ein Strich jetzt daneben geht, ist das keine Katastrophe, sondern eine Bereicherung. Denn nun kannst du einen Schritt zurücktreten und schauen, wie dieser Strich zu dem ganzen passt, und was sich daraus entwickeln möchte.

Auf diese Art und Weise erhältst du ein Endergebnis, dass unter Umständen nicht mehr viel von dem hat, wie ein Gesicht normalerweise für Augen aussieht, aber du hast ein einzigartiges Kunstwerk erschaffen, dass die Essenz eines Gesichtes mit enormer Kraft zum Ausdruck bringt.

Ich habe eine kleine Übung für dich: Geh mit den Augen eines Leonardo Da Vinci durch die Straßen. Entdecke interessante Gesichter. Schau sie dir an, ohne zu bewerten, aber mit der Neugierde eines Künstlers. Schau dir die Linien und Formen an, und dann: die Essenz.

Was siehst du? Schreib mir unten einen Kommentar!

—————–>Am 31.01.13 findet eine Telekonferenz zum Thema Körpergefühl innerhalb der Gemeinschaft statt. Zum Anmelden und dabei sein, klick bitte hier: Klick. <——————

Image: Paul / FreeDigitalPhotos.net

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