Warning: A non-numeric value encountered in /home3/nodo/public_html/wp-content/themes/Divi/functions.php on line 5607

Die offizielle Empfehlung für’s Stillen ist 6 Monate voll, danach bis 1, besser 2 Jahre oder noch länger weiterstillen. Wenn du dich ein bisschen mit dem Thema beschäftigt hast, dann ist das nix neues. Nur, wenn du dieser Empfehlung gerecht werden willst, gibt es einen Stolperstein: Die Beikost-Einführung!

Nehmen wir an, du hast 6 Monate voll gestillt. Was dann?

Ist doch klar! Das Baby kriegt Babybrei! Schließlich kann man in jedem Ratgeber, in jedem Magazin, und in jeder Werbung nachlesen, dass Babys spätestens ab 6 Monaten Babybrei brauchen, und wie der eingeführt wird, ist ebenfalls strikt geregelt: Man fängt mit pürierten Karotten an, erst mit wenigen Löffeln, dann zügig die Ration auf 200 g erhöhen und damit eine Milchmahlzeit ersetzen. Pro Woche wird ein neues Gemüse eingeführt, später Fleisch und Fisch. Und dann kommt auch schon die nächste Milchmahlzeit, die ersetzt wird. Welche als nächstes drankommt, ob morgens, mittags oder abends, da sind sich die Quellen nicht ganz einig, aber einig sind sich alle, dass die nächste bald folgen muss!

Ok, als Eltern, die alles richtig machen wollen, und auf gar keinen Fall wollen, dass es ihrem Kind an irgendwelchen Nährstoffen mangelt, oder es gar Hunger leiden muss, hast du dich natürlich durch alles durchgelesen und dich mit allen aus der Krabbelgruppe ausgetauscht. Du weißt also, was du morgens zum Frühstück gibst, und woraus der Abendbrei besteht. Und du weißt auch, dass du den Brei vor der Milch geben musst, weil dein Sprössling ja sonst keinen Hunger mehr auf feste Nahrung hat. Und so ersetzt du munter eine Milchmahlzeit nach der anderen (wenn dein Kind gerne Brei ist. Ansonsten versuchst du wahrscheinlich verzweifelt, den Brei in dein schreiendes Kind zu stopfen).

Bis dein Kind ca. 9 Monate alt ist. Dann nämlich, wenn alles nach Plan läuft, löffelt dein Kind brav seinen Brei runter und du hast schon einige Mahlzeiten ersetzt, sodass vielleicht noch eine Milchmahlzeit, vielleicht noch 2 übrig bleiben. Alles läuft gut. Nur leider wird dein Milchfluss immer weniger! Was dir nämlich keiner erzählt, ist, dass dein Milchvorrat sich an der Nachfrage orientiert. Ersetzt du also immer mehr Milchmahlzeiten, wird der Abstand zwischen dem Saugen immer größer, und der Brust wird signalisiert: Weniger Milch, bitte!

Hinzu kommt außerdem, dass mit ca. 9 Monaten ein weiterer Wachstumsschub kommt. Normalerweise würde dein Kind in dieser Phase häufiger an die Brust wollen und so den Milchvorrat erhöhen. Nur: Es bekommt ja fast nur noch feste Nahrung. Und kommt kaum noch an die Brust. Sprich: Die Milch reicht nicht mehr!

Und so passiert leider etwas, dass ich in meinem Umfeld ganz oft beobachten musste: Es wird mit 9 Monaten abgestillt. Weil kaum noch Milch da ist. Obwohl die Mütter eigentlich gar nichts dagegen gehabt hätten, ein ganzes Jahr oder länger zu stillen.

Falls du also vorhast, länger zu stillen, möchte ich dir folgende Tips mit auf den Weg geben:

– Stille immer zuerst, und füttere dann feste Nahrung, wenn dein Kind noch Hunger oder Lust auf Essen hat.

– Es heißt deswegen Beikost, weil die feste Nahrung nach und nach zusätzlich zur Milch eingeführt wird. Nicht, weil sie die Milch ersetzen soll.

– Dein Kind bekommt weiterhin alle Nährstoffe über deine Milch. Du brauchst keine Angst zu haben, dass ein Mangel entstehen könnte, wenn dein Kind Milch anstatt Karottenbrei zu sich nimmt. Im Gegenteil: Karotten haben eine weitaus geringere Auswahl an Nährstoffen als deine Muttermilch!

– Je älter dein Kind wird, desto mehr wird es Interesse an festem Essen haben

– Wenn dein Kind soweit ist, wird es gerne essen. Lehnt es das Essen ab, ist es noch nicht soweit. Darauf kannst du vertrauen.

– Biete Fingerfood an. So kann dein Kind selbstständig entscheiden, was, wann und wie viel es zu sich nehmen will.

– Koche so, dass dein Kind von deinem Essen mitessen kann. Es ist wesentlich einfacher für dich, dein Kind gewöhnt sich von Anfang an an dein Essen, und es bekommt gleich mit, dass Essen auch Gemeinschaft bedeutet.

– Schau dir die Idee des Baby-led weaning an. Ich habe dazu noch einen ausführlichen Artikel geschrieben mit vielen Quellen zum weiterlesen: Klick hier.

Bild: © Tobias Goldmann / pixelio.de

Ähnliche Artikel

Share This