Warning: A non-numeric value encountered in /home3/nodo/public_html/wp-content/themes/Divi/functions.php on line 5607

Woman lying in bed disappointedIch gehe mal davon aus, dass du zu denjenigen gehörst, die relativ empathisch sind und die daran interessiert sind, dass wir alle gut miteinander können.

Und wenn dem so ist, dann kennst du sehr wahrscheinlich auch diese Situation:

Du unterhältst dich mit jemandem. Und bekommst das Gefühl, völlig falsch verstanden und/oder gesehen zu werden.

Also versuchst du, dieses Bild zu korrigieren. Du fängst an, zu erklären.

Aber der andere scheint immer noch nicht zu verstehen. Also versuchst du weiter, dich zu erklären, und noch ein bisschen mehr zu erklären, in der Hoffnung, irgendwann ein Zeichen deines Gegenübers zu bekommen, dass er dich gehört hat. Leider kommt dieser Moment höchst wahrscheinlich nicht, und du verlässt das Gespräch mit der Panik, nun vollkommen unten durch zu sein, oder noch schlimmer, du zweifelst an dir selbst.

Dabei ist nichts von dem, was dir dein Gehirn in einem Anflug von Selbstzerstörung einredet, wahr. Alles ist gut. Du bist vollkommen in Ordnung, und ob der andere dich letzten Endes doch verstanden hat oder nicht, ist ganz sicher nicht das Ende der Welt. Auch wenn es sich so anfühlt.

Es handelt es sich lediglich um eine gescheiterte Kommunikation.

Hier ist, was gerade wirklich passiert ist:

Ihr seid von Anfang in zwei vollkommen verschiedenen Modi: Du bist in diesem Gespräch, um mit dem anderen auf eine Ebene zu kommen und in gewisser Weise eine Verbindung einzugehen.

Der andere ist in dem Gespräch, um seine Meinung, sprich, sein Ego kund zu tun. Was im Grunde kein Problem ist, aber es ist sehr wichtig, dies zu erkennen, denn ihr beide kommt mit völlig unterschiedlichen Erwartungen in dieses Gespräch.

Wenn du eine Verbindung suchst, richtest du automatisch dein Bewusstsein auf den anderen. Du versuchst, den anderen einzuschätzen, zu verstehen was ihn bewegt, gleichst das mit dir selbst ab und versuchst dann, mit dem anderen auf eine Ebene zu kommen. Es ist das Prinzip der Waage, dich sich selbst durch die Interaktion mit dem Gegenüber identifiziert.

Wenn du lediglich deine Meinung kund tun willst, interessiert dich dein Gegenüber und seine Befindlichkeit nicht. Wahrscheinlich erkennst du nicht einmal, was mit deinem Gegenüber los ist. Es geht nur um den Ausdruck deiner selbst. Es ist das Prinzip des Widders, dem es um sein eigenes Ego geht.

Hier prallen also zwei Welten aufeinander.

Da du als ‚Waage-Mensch‘ (und ich spreche nicht von deinem Sternzeichen, sondern von der Energie, die du in diesem Moment hast) das Verhalten des ‚Widder-Menschen‘ nicht erkennst, denkst du, es handelt sich um ein Missverständnis und fängst an, dich zu erklären, um mit dem auf eine Ebene zu kommen. Der ‚Widder-Mensch‘ sieht das aber nicht, denn er ist noch immer mit sich und seiner Meinung beschäftigt. Er ist in diesem Moment nicht fähig, mit dir auf eine Ebene zu kommen oder gar eine Verbindung einzugehen.

Wenn du weiter versuchst, dich zu erklären, dann passiert folgendes: Dein Fokus richtet sich immer mehr auf den Widder-Menschen. Du verlierst dich selbst. Erinnere dich an das Gefühl, dass du hattest, als du das letzte mal ohne Erfolg versucht hast, dich zu erklären – du hast dich wahrscheinlich immer leerer gefühlt, nicht mehr ganz bei dir. Weil deine ganze Aufmerksamkeit dem anderen galt. Der andere wird, übertrieben gesagt, zu deiner Sonne, um die dein Bewusstsein kreist.

Du hast also gerade dein ganzes Glück, Wohlbefinden und Selbstbewusstsein von jemandem abhängig gemacht, der in diesem Moment absolut nicht an dir und deinem Glück, Wohlbefinden und Selbstbewusstsein interessiert ist. Und das ist deshalb so gefährlich, weil so automatisch die Meinung des anderen eine übergroße Wichtigkeit bekommt, und du deine eigene Meinung ihre Stimme verliert. Du siehst dich oder die Sache, um die es geht, mit den Augen des anderen, nicht mit deinen eigenen. Was in den meisten Fällen äußerst weh tut.

Und der ‚Widder-Mensch‘ merkt es nicht einmal.

Wie befreist du dich aus dieser Dynamik?

Der erste Schritt ist, dass du dir dieses Musters bewusst wirst. Denk daher einmal zurück an eine Situation, in der ohne Erfolg versucht hast, dich zu erklären. Achte besonders auf das Gefühl, dass du im Laufe des Gesprächs hattest. Finde den Punkt, an dem das Gespräch zu kippen drohte. Ab wann hast du versucht dich erklären, nicht um dich mitzuteilen, sondern um den anderen zum Verstehen zu bringen? Um eine Verbindung mit ihm zu schaffen? In auf eine Ebene mit dir zu bringen? Wie hat sich das angefühlt?

Das ist der Punkt, an dem am einfachsten aus diesem Automatismus heraustreten kannst. An dem aussteigen kannst. Indem du den Mund zuhältst, und das Rauschen der Panik, die wahrscheinlich in dir hochkriecht (denn der andere wird dich vielleicht nicht mögen, wenn er dich nicht versteht, richtig?), aushältst. Und überlebst. Und feststellst, dass die Meinung des anderen sich vielleicht immer noch nicht geändert hat. Du aber raus bist aus dieser ungesunden Dynamik. Und frei bist, dich selbst zu mögen. Weil du dich nicht verloren hast.

Kennst du dieses ’sich erklären‘? Was ist deine Erfahrung damit, und wie hast du dich daraus befreit? Schreibe einen Kommentar!

 Image courtesy of photostock at FreeDigitalPhotos.net

Ähnliche Artikel

Share This