Warning: A non-numeric value encountered in /home3/nodo/public_html/wp-content/themes/Divi/functions.php on line 5607

Wahrscheinlich bist du ein Mensch, der sehr redegewandt ist. Du kannst dich ausdrücken. Du bist intelligent. Reflektiert.

Sprich, normalerweise bist du des Sprechens mächtig.

Und doch. Wenn dich jemand verbal angreift oder dich von der Seite anmachst, wirst du plötzlich stumm wie ein Fisch. All die Worte, die du hättest vorbringen können (und die dir hinterher einfallen) – weg.

Glaub mir, du bist nicht die einzige, der es so geht. Du bist in guter Gesellschaft. Es ist also alles in Ordnung mit dir.

Lass uns einmal anschauen, was mit dir in dem Moment, indem du dich angegriffen fühlst passiert:

Angegriffen ist hier auch gleich das richtige Wort. Egal, was dein intelligentes Hirn objektiv über die Situation denken mag, auf tieferer Ebene erlebst du gerade eine Attacke, wahrscheinlich sogar einen Überraschungsangriff. Dein Körper entscheidet blitzschnell, dass es hier um mehr geht, als du rational verarbeiten kannst, hier geht es um Leben und Tod. Dein Reptilienhirn übernimmt und setzt alle anderen Bereiche des Denkens aus.

Es versetzt dich in den Fight-or-Flight-Modus.

Würdest du einem Säbelzahntiger gegenüberstehen, würde dich dieser Fight-or-Flight-Modus retten. Es gibt hier nämlich nur zwei Optionen – kämpfen oder flüchten. Und alles passiert instinktiv. Dadurch wird wertvolle Zeit gespart.

Hier, in dieser Situation, gibt es keinen Säbelzahntiger, nichts bei dem du physisch in Aktion treten könntest. Aber auch hier könntest du kämpfen oder flüchten. Du könntest kämpfen, d.h. zurück schreien.

Oder flüchten. Was dich verbal verstummen lässt. Du fällst in eine Schockstarre. Wie ein Käfer, der sich tot stellt.

Um das zu erkennen, denke einmal an eine in Frage kommende Situation zurück. Achte nun einmal weniger darauf, was vor dir passiert, und auch nicht auf das, was in deinem Denkapparat vor sich geht, sondern darauf, wie sich dein Körper anfühlt.

Sehr wahrscheinlich ist dein Körper angespannt, verkrampft. Die Atmung flach. Evtl. nimmst du sogar unbewusst eine Fötus-Haltung ein, die dich schützen soll.

Du bist wie erstarrt.

Du stellst dich tot, in der Hoffnung, so den Angriff zu überstehen.

Was nicht sehr angenehm es, weil es dich, nun ja, handlungsunfähig macht.

Was kannst du also tun?

Am schnellsten kommst du aus der Starre heraus, wenn du die Gewohnheit hast, deinen Körper zu spüren, wenn du weißt, wie du dich fühlst. So erkennst du schnell, was los ist. Und Erkenntnis ist der erste Schritt heraus aus dem einseitigen Kriegsgetümmel.

Du erkennst es auch daran, dass deine ganze Aufmerksamkeit auf dein Gegenüber gerichtet ist. Und daran, dass du stumm bist wie ein Fisch.

Sobald du gemerkt hast, dass du gerade gefühlt eine Begegnung mit einem Säbelzahntiger hast, richte deine Aufmerksamkeit so gut es irgendwie geht auf dich und deinen Körper. Lass den anderen reden/schreien. Du musst hier gerade wieder lebendig werden!

Fang an, kleine Bewegungen zu machen. Zittere mit den Beinen oder Armen.

Fühl bewusst den Boden unter den Füßen, um mehr Sicherheit und Erdung zu erlangen.

Spür deine Handflächen. Auch das holt dich zurück zu dir und hilft, dein Reptiliengehirn zu beruhigen.

Und dann atme. So tief es geht. Atme ein und gerne leicht pustend wieder aus.

Wenn du merkst, dass du so langsam aus der Taubheit aufwachst und dein Gefühl zurückkommt, versuche, ruhig aber bestimmt das Gespräch zu beenden und dich aus der Situation zurückzuziehen.

Versuche *nicht* zu argumentieren. Aus zwei Gründen. 1. bist du sehr wahrscheinlich noch immer nicht in der Lage, die Worte zu finden, die dein Gegenüber verstummen lassen würden, und 2. ist dein Gegenüber überhaupt nicht bereit, dir zuzuhören und deine Argumentation ernsthaft zu überdenken. Er ist nicht in der Lage. Er lässt gerade Dampf ab. Oder tut seine Meinung kund. Aber er befindet sich *nicht* in einem Gespräch, das nach zwei Gesprächspartnern verlangt.

Zieh dich zurück, erhole dich, bedenke die Situation und versuche es zu einem anderen Zeitpunkt noch einmal. Hol dir, wenn nötig, Hilfe!

Gehörst du auch zu den Verstummern? Wie erlebst du die Schockstarre und hast du etwas gefunden, was dir hilft? Oder gehörst du gar zu den Kämpfern? Schreib einen Kommentar, mich interessiert deine Meinung!

 Image courtesy of Apolonia at FreeDigitalPhotos.net

Ähnliche Artikel

Share This