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Ich habe in letzter Zeit des öfteren zum Teil informationsreiche, zum Teil recht witzige Artikel und Comics zum Thema introvertiert gelesen und muss sagen, dass mir da etwas aufstößt.

Introvertierte werden zum großen Teil als Menschen beschrieben und gesehen, die lieber alleine sind, möglichst ein Buch lesend oder träumend.

Aber ich muss sagen, das stimmt so nicht.

Ich würde mich selbst als introvertiert bezeichnen, und während ich kein Problem damit habe, allein zu sein und auch meist recht gern allein bin, heißt das nicht, dass ich nicht zuweilen recht extrovertierte Züge habe oder dass ich gar die Gesellschaft von Menschen meiden würde oder nicht wollte.

Im Gegenteil. Ich brauche die Gesellschaft und Nähe von anderen Menschen. Ich brauche die Verbindung zu anderen Menschen. Und genau da ist auch der Punkt.

Ich brauche eine Verbindung, die über Smalltalk hinausgeht. Mit Smalltalk kann ich nichts anfangen, es lässt mich unsicher werden. Auf eine Party zu gehen, bei der ich kaum jemand kenne, sprich ich keine emotionale Verbindung zu jemandem habe, ist ein Grauen.

Und dieses Grauen führt dazu, dass ich mich verschließe und infolgedessen ist es noch schwieriger, aus mir rauszukommen.

Was Introvertierte tatsächlich brauchen ist zunächst einmal Sicherheit. Sie müssen erst einmal ankommen, die Fühler ausstrecken, vielleicht erst mal im Hintergrund beobachten können, ein Gefühl für die Umgebung und die Leute bekommen.

Das zweite, was Introvertierte brauchen, ist das Gefühl, willkommen zu sein. D.h., du gibst ihnen die Zeit im Hintergrund, die sie brauchen, bist aber jederzeit bereit, zur Seite zu rücken und sie einzubinden, wenn sie soweit sind.

Und das dritte, was Introvertierte unter Umständen zu Extrovertierten werden lässt, ist das Gefühl, emotional auf einer Wellenlänge zu sein. Z.B. kann das passieren, indem du mit ihnen über Dinge sprichst, die dir selbst nahe gehen, dich also selbst öffnest. Oder, wenn es eher eine Tanzparty ist, du sie (nachdem sie Zeit hatten, anzukommen und sich reinzufinden, und sie dir signalisiert haben, dass sie sich wohl mit dir fühlen) einfach miteinbindest (sollte es etwas zu plötzlich passieren, kann es sein, dass dein Introvertierte wieder etwas Auftauzeit benötigt – sprich, Sicherheit).

Und denk dran – es geht eigentlich immer um eine tiefere, zwischenmenschliche Bindung.

Bist du introvertiert? Geht es dir ähnlich wie mir? Hast du dem etwas hinzuzufügen? Schreib einen Kommentar!
Image courtesy by artur84/freedigitalphotos.com

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