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Ich war eine gute Schülerin. Hatte eigentlich, bis auf wenige Momente nie Probleme. Mein Abitur gehörte mit einem Durchschnitt von 1,9 zu den besten (aber noch nicht zuuuu streberhaft. Immer noch menschlich…).

Der Grund, warum ich so gut und war, war weil ich ein sehr gutes Gespür dafür hatte, was meine Lehrer hören wollen. Und weil ich ein Talent habe, gut formulieren zu können.

Aber Schule war grauenhaft für mich. Denn hier ist der Knackpunkt:

Ich habe immer das geschrieben, was Lehrer hören wollen.

Manchmal hatte ich Spass daran. Besonders, wenn mich eine Klausur zu neuen Erkenntnissen brachte. Es gab ein paar Lehrer, die zum Nachdenken anregten.

Aber meistens habe ich Aufgaben erfüllt.

Seelenlos.

Ich habe es nie gewagt, die Aufgaben mit meiner Seele zu füllen.

Obwohl ich sehr wohl wusste, dass ich Dinge abändern kann. Meine Mutter meinte immer: „Du kannst alles schreiben, du musst es nur gut begründen können.“

Ich habe es nicht gewagt.

Ich hätte klar sagen können, was ich wie anders machen will, was ich wie anders einbringen möchte.

Aber ich habe es nie getan.

Weil ich mich nicht getraut habe.

Aber auch, und vor allem, weil ich nicht wusste, was ich wie einbringen will.

Nach einiger Zeit des Aufgabenerfüllens, das in gewisser Hinsicht seine Berechtigung hat, stumpft man ab. Man kommt nicht auf die Idee, sein Gehirn einzuschalten, wirklich einzuschalten, und zu überlegen, was man wie eigentlich machen und lernen will, und wie man das dann entsprechend in Unterricht und Klausuren einbringen kann.

Was im Übrigen wahrscheinlich für Probleme bei der Bewertung gegeben hätte. Glück für die Lehrer. 😛

Heute sitze ich an meiner Bachelor-Arbeit. Und zum ersten Mal erfüllt mich Leidenschaft. Zum ersten Mal habe ich die Freiheit, genau das zu erschaffen, was mich interessiert, und genau so zu schreiben, wie ich das will. Mit einer guten Begründung, versteht sich…

Ich kann malen und zeichnen, Geschichten erzählen, programmieren, animieren, filmen, erklären, philosophieren, Reden schwingen, Englisch sprechen und schreiben, aber vor allem: Ich kann wie im Rausch erschaffen, was in meiner Seele brennt.

Ich habe Professoren und andere, die mich nicht nur machen lassen, sondern mich auch darin unterstützen.

Ich wünschte, ich hätte das bereits in der Schule gehabt.

Ich wünschte, ich hätte bereits in der Schule gewusst, was meine Seele zum Überlaufen bringt.

Denn um das herauszufinden, habe ich meine 20er verbraten…

Die gute Nachricht ist: Ich weiß es jetzt, und kann meine Erkenntnisse an meine Tochter weitergeben. Wobei sie mir wahrscheinlich nicht zuhören wird… („Ich will das nicht hören, Mama!“). Hach ja…

Was ist mit dir? Was bringt deine Seele zum Überlaufen? Und was würdest du deinem Schulkind-Ich sagen, wenn du könntest? (Und wenn es auf dich hören würde…)

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