Bockig ist nicht unbedingt bockig

Heute morgen hatte ich mit meiner Tochter Streit. Oder nein, Streit ist nicht das richtige Wort. Nennen wir es eine „Auseinandersetzung“. Ich wollte nämlich mit Marwa raus, zum Kinderturnen. Marwa, die jetzt 18 Monate alt ist, und sehr genau weiß, was sie will, und was sie nicht will, wollte auch raus. Soweit waren wir uns also einig. Das man eine Hose anziehen muss, um rauszugehen, ist klar. Und das man Schuhe anziehen muss, auch. Tatsächlich liebt Marwa ihre Schuhe, und zieht sie auch gerne mal vor der Hose an. Soweit kein Problem. Aber dann: Die Jacke. Die Mütze. Der Schal. Keine Chance. Marwa will nicht. Auch gute Argumente wie „draußen ist es kalt!“ oder „Schau, Mama hat auch eine Jacke und einen Schal an!“ halfen nichts (Das Mama eine Jacke anzieht, ist ja wohl klar, aber was hat das mit Marwa zu tun?!). Nun hatte ich 2 Möglichkeiten: Ich ziehe einem brüllendem Kind mit Gewalt die Jacke an, oder ich lasse es sein und bleibe zu Hause. Ich hatte aber auf beides keine Lust. Also dachte ich: Mal sehen, wie lange sie sich weigert. Vielleicht will sie ja von alleine (doofer Gedanke, ich weiß). Also setzte ich mich vor die Tür und wartete. Marwa wollte raus. Nein, ohne Jacke. Nein, erst muss die Jacke an. Weinen. Trösten. Marwa versucht, mich zum Spielen zu animieren. Ha, nicht mit mir! Ich lass mich nicht ablenken! So ging es eine Weile. Die Stimmung wurde immer kritischer. Das Weinen länger. Ich immer gereizter. Die Ablenkungsmanöver drängender. Oder jedenfalls dachte ich erst, dass es Ablenkungsmanöver waren. Was mir nämlich erst später klar wurde ist,...